Warum Boateng Schalke noch helfen könnte

Glanz verloren

Seit dem Derby gegen Borussia Dortmund kam Schalkes Kevin-Prince Boateng nicht mehr zum Einsatz. Diese Bilanz macht deutlich, dass Schalke nicht mehr mit dem "Leuchtturm" (O-Ton-Schalke-Boss Tönnies) plant. Doch ist Boateng wirklich so schlecht, dass er Schalke in der prekären sportlichen Situation gar nicht mehr helfen kann?

GELSENKIRCHEN

28.04.2015, 20:17 Uhr / Lesedauer: 1 min
Warum Boateng Schalke noch helfen könnte

Kann Kevin-Prince Boateng (r.) den Schalkern vielleicht doch noch weiterhelfen?

Fast zwei Monate sind vergangen, da stand Kevin-Prince Boateng das letzte Mal in der Schalker Startformation. Beim kläglich verlorenen Derby in Dortmund (0:3) agierte Boateng allerdings so schwach, dass er fortan in den Personalplanungen von Trainer Roberto Di Matteo keine Rolle mehr spielte.

Kein Ersatz in Sicht

In den folgenden sieben Bundesliga-Spielen kam der 28-Jährige auf eine Spielzeit von lediglich 65 Minuten, in den vergangenen drei Partien stand Boateng überhaupt nicht mehr auf dem Platz. Ist Boateng wirklich so schlecht?

Da sind doch Zweifel angebracht, wenn man die Leistungen im Mittelfeld in den vergangenen Wochen Revue passieren lässt. Weder der junge Meyer noch die routinierteren Spieler wie Höger und schon gar nicht Neustädter oder Aogo haben die strategischen Fähigkeiten, die Boateng zu seiner Schalker Anfangszeit einmal ausgezeichnet haben.

In jedem Training dabei

Und Leon Goretzka braucht nach seiner langen Verletzungspause noch Zeit, um zu alter Leistungsstärke zurückzufinden. Dass Boateng mit seiner Rolle als Bankdrücker alles andere als zufrieden ist, verwundert nicht. Immerhin hat er in den letzten Wochen fast alle Trainingseinheiten mitgemacht und scheint somit fit zu sein.

So fit, um gegen den VfB Stuttgart zu spielen? Diese Frage muss Di Matteo spätestens am Samstag beantworten. Im Trainingslager in Marienfeld wird der Schalker Trainer ganz genau hinschauen, ob Boateng willens und in der Lage ist, dem Schalker Spiel in der Zentrale neuen Schwung und Selbstvertrauen zu vermitteln.

Marktwert sinkt

Wenn nicht jetzt, wann dann? Boateng schweigt zu seiner Situation beharrlich. Genießen wird er sie nicht, denn die "Prinzenrolle" auf der Bank steigert nicht gerade den Marktwert des zweifachen WM-Teilnehmers, dessen Vertrag auf Schalke noch bis zum 30. Juni 2016 läuft. Dass der 28-Jährige so lange bleiben wird, gilt als sehr unwahrscheinlich.

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Aber vielleicht kann Boateng wenigstens noch in den letzten vier Spielen mit guten Leistungen für einen versöhnlichen Abschluss sorgen.