Warum Sead Kolasinac unbedingt zurück zum FC Schalke 04 will

Schalke 04

Kehrt Sead Kolasinac zum FC Schalke 04 zurück? Was für viele Fans wie ein Märchen klingt, könnte bald Realität werden. Die Transferverhandlungen sind in vollem Gange.

Gelsenkirchen

, 31.08.2020, 17:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Möchte gern wieder das Schalke-Trikot tragen: Sead Kolasinac.

Möchte gern wieder das Schalke-Trikot tragen: Sead Kolasinac. © dpa

Denn für den gebürtigen Karlsruher, der von 2012 bis 2017 in der Bundesliga für die Königsblauen spielte, ist der FC Schalke 04 kein Verein wie jeder andere. Dies merkte man schon daran, wie schwer sich „Seo“ tat, im Sommer 2017 seinen Herzensklub zu verlassen.

Damals schrieb er auf seiner Facebook-Seite: „Ich habe in den vergangenen Monaten viele lange schlaflose Nächte verbracht mit den Überlegungen, wie es mit mir weitergehen soll. Ich war sehr zerrissen in den vergangenen Monaten. Aber nun habe ich mich entschieden und bin es euch schuldig, dass ihr es von mir erfahrt: Ich werde meine Fußballkarriere in London, beim FC Arsenal fortsetzen. Es tut mir weh, aus Gelsenkirchen wegzugehen, aber der FC Arsenal und Arsene Wenger bieten mir die große Chance, mich im internationalen Vergleich zu beweisen.“

Enge Bindung zu Königsblau

Mit Arsenal gewann der Linksverteidiger in den Jahren 2017 und 2020 den Supercup sowie in diesem Jahr den englischen Pokal. Dass der bullige Verteidiger nun vor Ablauf seines Fünfjahres-Vertrages London vorzeitig verlassen will, hat wesentlich mit seiner engen Bindung an den FC Schalke 04 zu tun.

Verzicht auf viel Geld?

Dafür wäre Kolasinac wohl auch bereit, erhebliche finanzielle Zugeständnisse zu machen. Die Gehaltsdimensionen, die bei Arsenal gang und gebe sind, kann Schalke nicht ansatzweise erfüllen. Angeblich verdient Kolasinac in London neun Millionen Euro jährlich.

Wer trägt die Binde?


Legt man die von Schalke kürzlich verabschiedete Gehaltsobergrenze zugrunde (2,5 Millionen Euro) und zieht man in Erwägung, dass Arsenal auch noch einen Teil des Gehalts von Kolasinac übernehmen soll (angeblich 2,5 Millionen Euro), ist die Summe immer noch beträchtlich, auf die der Defensivspezialist zunächst verzichten müsste.

Ein Knackpunkt bei den Vertragsgesprächen über eine Ausleihe für eine Spielzeit könnte die von der „Bild“ ins Spiel gebrachte Kompensationszahlung sein, die Kolasinac später erhalten soll. Niemand weiß heute, wie sich die finanzielle Situation beim FC Schalke 04 entwickelt. Können die Königsblauen das Risiko eingehen, ihrem Wunschspieler für die Zukunft feste finanzielle Zusagen zu machen? Das ist eine der wesentlichen Fragen, die geklärt werden müssen.

Wesentlich leichter dürfte die angebliche Forderung von Kolasinac zu erfüllen sein, die Kapitänsbinde zu bekommen, wenn sich Arsenal und Schalke bei allen anderen Punkten einigen. Im Trainingslager in Längenfeld sollte eigentlich der Kapitän des FC Schalke 04 bestimmt werden. Aber diese Entscheidung wurde verschoben - wegen Kolasinac?

Schneider bleibt gelassen

Jochen Schneider bleibt trotz der fortlaufenden Gerüchte gelassen, obwohl das erste Pflichtspiel für die Königsblauen bald vor der Tür steht. Nach der Ausleihe von Mittelfeldspieler Weston McKennie hat Schalke zumindest etwas finanziellen Handlungsspielraum gewonnen. „Die Lage hat sich nicht verschlechtert“, sagte Schalkes Sportvorstand mit einem Lächeln am Ende des Trainingslagers in Längenfeld.

Der 49-Jährige räumte ein: „Der Kader ist an der einen oder anderen Stelle noch nicht ausbalanciert. Da sind wir dran“. Konkret wurde er nicht, nannte weder Positionen noch Spielernamen. „Es gehören bei Transfers immer mehrere Parteien dazu. Nicht nur ein neuer Spieler, sondern in der Regel auch ein abgebender Verein“, so Schneider. Würde die Ausleihe von Kolasinac klappen, wäre das ein starkes Signal für eine neue Aufbruchstimmung, die Schalke 04 sehr gut gebrauchen kann.

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