Wechselwilliger Farfan erscheint verspätet im Trainingslager

Peruanische Pokerpartie

Für die Schalke-Profis war es eine willkommene Abwechslung vom strengen deutschen Winter: Als sie im türkischen Antalya aus dem Flieger stiegen, war der Himmel leicht bewölkt, und das Thermometer zeigte 18 Grad. Doch einer bekam das zunächst nicht mit: Jefferson Farfan.

BELEK

von Von René Preuss

, 05.01.2011, 18:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Unruhe um Jefferson Farfan geht weiter.

Die Unruhe um Jefferson Farfan geht weiter.

Immerhin: Am Nachmittag tauchte Farfan auf dem Düsseldorfer Flughafen auf und nahm zusammen mit Manager Horst Heldt eine Maschine Richtung Türkei, gegen Abend traf er dann in Belek ein.Doch für die Verspätung, die man ja schon von ihm gewöhnt ist, hätte sich Farfan wohl höchstens einen Tadel von Magath und eine entsprechende Geldstrafe eingefangen. „Das hatte sich ja schon angedeutet“, kommentierte der Schalke-Trainer gelassen. Viel gravierender wiegt das Interview, das er in seiner Heimat gegeben hatte: Er verlasse Schalke, hatte es da geheißen, und zwar sofort. Er habe ein Angebot von einem namhaften Club, und darüber wolle er schnellstens mit Magath sprechen. Mehr war zunächst nicht zu erfahren, und so schossen die Spekulationen ins Kraut. Vor allem spanische Clubs gerieten in die Verlosung – Schalkes Achtelfinal-Gegner in der Champions-League, der FC Valencia, gilt als ein Kandidat.

Doch wie realistisch ist ein Farfan-Wechsel überhaupt? Zum einen hat der Peruaner einen gültigen Vertrag auf Schalke, und der läuft bis zum Sommer 2012. Sprich: Wenn er tatsächlich, wie behauptet, mit sofortiger Wirkung den Verein wechseln will, müsste dieser andere Verein eine ganze Menge Geld auf den Tisch legen. Als Schalke den Peruaner 2008 verpflichtete, betrug die Ablösesumme an den PSV Eindhoven rund zehn Millionen Euro. Heute dürfte sie weitaus höher liegen: Der Peruaner hat sich auf Schalke prächtig entwickelt und ist einer der Leistungsträger der Mannschaft. Nicht vorstellbar also, dass Magath ihn für kleines Geld ziehen lässt – wenn er ihn überhaupt ziehen lässt. Denn wenn es neben Manuel Neuer in dieser Hinrunde eine Konstante gegeben hat, dann war es Jefferson Farfan, der stets seine Leistung brachte. Natürlich könnte sich Schalkes finanzielle Situation durch einen Verkauf Farfans enorm verbessern – wie sehr ein Abschied vom Peruaner Schalke aber sportlich schwächen würde, ist gar nicht abzusehen.

Auf jeden Fall verpasste Farfan die erste Trainingseinheit der Mannschaft – und wird nicht allzu traurig gewesen sein. Denn viel Zeit, um sich an das milde Klima der türkischen Riviera zu gewöhnen, hatten Raúl und Co nicht. Nur drei Stunden nach der Landung packte Magath die Medizinbälle aus und bat zum Zirkeltraining – wenn seine Profis gehofft hatten, in Belek nicht allzu viel für die Kondition tun zu müssen, wurden sie zumindest am ersten Tag enttäuscht. Verzichten musste Magath übrigens auf Lukas Schmitz: Der Verteidiger hatte die Reise nach Belek wegen eines grippalen Infekts zunächst nicht angetreten. Auch die ausgemusterten Spieler Jones, Sarpei und Baumjohann blieben daheim.  

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