Wegen Heidel: Aufsichtsrat tagt vor Stuttgart-Spiel

Spannender Sonntag auf Schalke

Regeneration stand am Freitag bei den Spielern des FC Schalke 04 im Vordergrund. Denn nach dem 0:0 im Europa-League-Spiel gegen Schachtar Donezk wartet schon am Sonntag (17.30 Uhr) mit dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart die nächste schwierige Aufgabe auf die Königsblauen. Zuvor tagt allerdings der Aufsichtsrat, um endlich den monatelangen Eiertanz in der Managerfrage zu beenden.

Gelsenkirchen

20.02.2016, 08:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wegen Heidel: Aufsichtsrat tagt vor Stuttgart-Spiel

Christian Heidel soll auf Schalke sein Konzept vorstellen.

Die Fakten sind längst bekannt. Der Mainzer Manager Christian Heidel soll spätestens ab der neuen Saison Horst Heldt beerben. Ein Vierjahresvertrag mit einem geschätzten Gehalt von 2,3 Millionen Euro pro Jahr liegt unterschriftsreif für den 52-Jährigen parat. Außerdem soll Heidel Vorstandssprecher werden und damit eine herausgehobene Position gegenüber seinen Kollegen Peter Peters (Finanzen) und Alexander Jobst (Marketing) erhalten.

Tönnies im Alleingang

Bisher sind solche bedeutsamen Personalentscheidungen im Aufsichtsrat immer einstimmig gefallen. Diesmal soll es Widerstand gegen den Aufsichtsrat-Chef Clemens Tönnies geben, der Heidel offenbar im Alleingang als Nachfolger von Heldt auserkoren hat. Belastbare Fakten, die den Unmut in diesem Gremium über Tönnies stützen, gibt es indes nicht.

Dass Tönnies quasi nach Gutsherrenart im Aufsichtsrat schalten und walten kann, dementiert ein ehemaliges Mitglied dieses Gremiums im Gespräch mit dieser Redaktion: "Clemens Tönnies ist zwar ein Alphatier mit Eigenarten. Aber es ist nicht so, dass alle Entscheidungen in der Vergangenheit einfach nur abgenickt wurden. Es gab immer wieder kontroverse Diskussionen, ehe sich der Aufsichtsrat auf eine gemeinsame Linie verständigt hat."

Heidel stellt Konzept vor

Darum kämpft Tönnies auch diesmal. Der 59-Jährige ist bestrebt, dass Heidel, der sein Konzept am Sonntag vorstellt, einstimmig vom Aufsichtsrat als Nachfolger von Heldt bestellt wird. Dass Heidel noch einen Rückzieher macht, scheint so gut wie ausgeschlossen. Denn Mainz 05 steht sportlich und finanziell glänzend da. Zudem hat Heidel mit Rouven Schröder (Werder Bremen) auch seinen designierten Nachfolger an der Angel.

Für Schalke-Trainer André Breitenreiter ist es zwar auch wichtig, mit wem er künftig zusammenarbeitet. Aber momentan konzentriert sich der 42-Jährige ganz auf die Partie gegen den VfB Stuttgart. Gegen die beste Mannschaft der Rückrunde kann es sich Schalke nicht leisten, so viele gute Chancen zu vergeben wie gegen Donezk. Breitenreiter: „Wir haben ein richtig gutes Auswärtsspiel gegen einen klasse Gegner hingelegt und das umgesetzt, was wir uns im Vorfeld vorgenommen hatten. Einzig die Chancenverwertung hat verhindert, dass wir dieses Spiel gewonnen haben.“

Huntelaar brennt

Dabei überraschte der Coach mit seiner Entscheidung, Torjäger Huntelaar 89 Minuten auf der Bank zu lassen. Wer den ehrgeizigen Niederländer kennt, weiß, das er darüber bestimmt nicht amüsiert gewesen ist. Gegen die Schwaben dürfte der 32-Jährige jedoch in die Startelf zurückkehren, denn Breitenreiter wird angesichts von drei englischen Wochen in Folge auf ein bisschen Rotation nicht verzichten.

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