Weinzierl: "Gute Erfahrungen mit Wintertransfers"

Verstärkung gesucht

Markus Weinzierl wird ein paar Tage auf Gran Canaria ausspannen, doch man darf davon ausgehen, dass er auch im Kurzurlaub oft mit Fußball beschäftigt sein wird. Denn im Kerngeschäft Bundesliga ist Schalke ganz weit hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben. Das soll sich 2017 ändern - vielleicht sogar mit neuem Personal.

GELSENKIRCHEN

22.12.2016, 06:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Weinzierl: "Gute Erfahrungen mit Wintertransfers"

Bilder der Bundesliga-Partie zwischen dem Hamburger SV und dem FC Schalke 04.

18 Punkte nach 16 Spielen sind eine ganz schwache Bilanz, die nun wochenlang die Stimmung trüben wird. Weniger Zähler waren es zuletzt vor 18 Jahren unter Huub Stevens, als Schalke 17 Punkte holte. Dass die Königsblauen in Hamburg bereits die achte Niederlage nach 16 Partien in der Bundesliga kassierten, gab es zuletzt vor 23 Jahren. Die Aufbruchstimmung, die Weinzierl zusammen mit Manager Heidel glaubwürdig vermittelte, ist deshalb mehr und mehr der Ernüchterung gewichen. Eine intensive Analyse der Berg- und Talfahrt der laufenden Saison ist dringend notwendig.

"Tabelle lügt nicht"

Heidel unternahm nach der enttäuschenden Vorstellung in Hamburg auch gar nicht erst den Versuch, die Lage schönzureden. „Nach dieser Niederlage und 18 Punkten möchte ich ungerne über das internationale Geschäft sprechen. Das würde ich nur um die Ohren kriegen. Wir sind realistisch und wissen, wo wir stehen. Die Tabelle lügt nicht.“

Die lange Verletztenliste mochte kein Schalker mehr als Ursache für das fünfte Pflichtspiel in Serie ohne Sieg anführen. „Wir haben grottenschlecht gespielt. Man muss ehrlich sein: Es wird ein kniffliges Ding, noch Anschluss zu finden. Und wir müssen aufpassen, dass wir nicht noch unten reinrutschen“, befand Kapitän Benedikt Höwedes, während Torhüter Ralf Fährmann enttäuscht feststellte: „Das war zu wenig. Wir hätten es nicht verdient gehabt, hier Punkte mitzunehmen.“

Kehrer zahlt Lehrgeld

Erschwerend kommt für Schalke hinzu, dass sich die Personallage im neuen Jahr zunächst nicht wesentlich verbessern wird. Weinzierl rechnet nur fest mit der Rückkehr von Naldo und Matija Nastasic. Wann Klaas-Jan Huntelaar und Franco Di Santo wieder spielfähig sind, weiß momentan niemand. Coke soll zwar ins Trainingslager nach Benidorm mitfahren, war aber monatelang verletzt. Deshalb wünscht sich der Schalker Trainer Verstärkungen nicht nur in der Offensive, sondern auch in der Defensive. Denn der zweifellos hoch veranlagte Thilo Kehrer musste gegen HSV-Stürmer Kostic bitteres Lehrgeld zahlen.

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„Mit Wintertransfers habe ich in Augsburg immer gute Erfahrungen gemacht“, betonte Weinzierl. Das lässt sich getrost als deutliche Aufforderung an die sportliche Leitung interpretieren, den Kader zu verstärken. Manager Heidel hatte zuletzt zwar ausgeschlossen, „dass wir groß einkaufen werden“, doch die diffizile Personallage und der aktuell trostlose Tabellenstand erhöhen den Druck, aktiv zu werden.

Trainingslager ab 4. Januar 

„Wenn man etwas macht, dann macht es nur Anfang Januar Sinn“, sagte Heidel. Denn schon am 4. Januar geht es ins Trainingslager nach Benidorm. Neue Spieler sollten dann verpflichtet sein, denn bis zur Fortsetzung der Saison bleiben nur knapp drei Wochen Zeit. Zeit, die Schalke nutzen muss, um in die Spur zu finden. Sonst könnte es mit der Ruhe um Königsblau schnell vorbei sein.

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