Torwart Alexander Nübel genießt bei den Schalker Fans große Sympathien. Aber seine Zukunft lässt er weiter offen. Dieses Zögern ist kritikwürdig.

Gelsenkirchen

, 29.09.2019, 18:49 Uhr / Lesedauer: 1 min

Schalkes Fans spendeten aufmunternden Applaus, als Alexander Nübel durch einen Anfängerfehler Leipzig das 1:3 ermöglichte. Und sie feierten den Schlussmann mit Sprechchören nach dem Abpfiff, weil ihm mit zuvor starken Paraden dieser überraschende Auswärtssieg wesentlich mit zu verdanken war.



So weit, so gut. Wer solche Fans hat, der sollte jedoch einmal darüber nachdenken, ob er gegenüber den eigenen Anhängern nicht langsam auch mal die Pflicht hätte, die Pläne für die eigene Zukunft öffentlich zu machen. Wie lange will Nübel denn noch warten, bis er seine Entscheidung bekannt gibt, ob er auf Schalke bleibt oder nicht?



Diese Personalie zieht sich mittlerweile wie Kaugummi und könnte doch längst entschieden sein. Alle Argumente sind ausgetauscht, das Vertragsangebot liegt auf dem Tisch. Und die sportliche Perspektive des FC Schalke 04, die die Nübel-Seite bei der Entscheidungsfindung immer gerne anführt, ist nach der beeindruckenden Leistung in Leipzig alles andere als schlecht, auch wenn erst sechs Bundesliga-Spieltage vorbei sind.


Angst vor Pfiffen?


Pokern gehört zwar längst zum Bundesligageschäft, aber Nübel tut sich keinen Gefallen damit, weiterhin auf dem Zeitfaktor zu beharren. Oder hat er etwa Angst davor, dass Schalkes Fans ihn auspfeifen, wenn er seinen Abschied bekannt gibt?

Dann wäre er kein „großer“ Torhüter, denn wer die lukrativen Annehmlichkeiten in der Bundesliga bereitwillig Tag für Tag in Anspruch nimmt, der muss auch mit dem „Liebesentzug“ der Fans fertig werden können. Manuel Neuer macht das jede Saison vor, wenn er mit dem FC Bayern München in seine fußballerische Heimat zurückkehrt. Solche Erfahrungen können nützlich sein.



Deshalb sollte Nübel endlich die Karten auf den Tisch legen. Dann würde er wenigstens mal mit einem guten Beispiel in einer Branche voran gehen, die immer viel von Werten und Identifikation schwadroniert, diese aber immer seltener in die Tat umsetzt.