Wie Rabbi Matondo seine ersten neun Monate auf Schalke erlebte

Schalke 04

Rabbi Matondo begrüßt jeden Journalisten per Handschlag. Nach seinem ersten Bundesligator in Leipzig ist der junge Stürmer gut drauf.

Gelsenkirchen

, 01.10.2019, 18:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wie Rabbi Matondo seine ersten neun Monate auf Schalke erlebte

Gespannte Blicke: Hier erzielt Rabbi Matondo (r.) das 3:0 für Schalke 04 in Leipzig. © dpa

Dass sein Trumpf seine Schnelligkeit ist, war schnell zu sehen. Doch der Waliser hat noch mehr zu bieten. Bei seinem ersten Bundesligatreffer bewies Matondo auch eine gehörige Portion Nervenstärke, als er vor RB-Torhüter Péter Gulácsi eiskaltverwandelte.



Nun will der 19-Jährige bei den Königsblauen durchstarten, wohlwissend, dass seine starke Leistung in Leipzig kein Freibrief für weitere Einsätze ist. Vor allem deshalb, weil Schalke-Trainer David Wagner aktuell keinen einzigen verletzten Spieler zu beklagen hat.



Keine Angst vor Konkurrenzkampf



Das weiß natürlich auch Matondo. „Jeder möchte in der Startelf stehen, aber es ist nicht leicht. Alle Spieler sind fit und fühlen sich gut. Du kannst derzeit nur im Training alles geben und den Trainer auf dich aufmerksam machen,“ sagte der Waliser zum Schalker Konkurrenzkampf.


Für rund zehn Millionen Euro wechselte Rabbi Matondo im Januar 2019 von Manchester City zum FC Schalke 04. Für ein junges Talent, das in einem völlig neuen Umfeld klarkommen muss, war das ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt, weil Schalke sportlich mächtig kriselte. Abstiegskampf statt Champions-League-Qualifikation war damals angesagt.




Unglückliche Premiere gegen Gladbach


Als Matondo gegen Borussia Mönchengladbach auch noch eine unglückliche Bundesliga-Premiere feierte, weil er nach seiner Einwechslung in der Schlussphase keinen einzigen Ballkontakt hatte und eine Flanke zum Gegentor nicht verhindern konnte, registrierten dies viele Zuschauer mit Kopfschütteln.



„Die Integration war in Ordnung, aber weil die Ergebnisse nicht gestimmt haben, war es für mich nicht so einfach“, blickt der Waliser zurück. Er versuchte, das Beste aus der schwierigen Situation zu machen, durfte aber bis zur Entlassung von Trainer Domenico Tedesco nur viermal zum Einsatz kommen. In lediglich einem Spiel durfte er länger als eine Halbzeit auf dem Platz stehen.




Viel gelernt


Dennoch blickt der Jungprofi auf sein erstes Halbjahr ohne Enttäuschung zurück. „Denn ich habe viel gelernt und mitgenommen. Auch um mich gut für die neue Saison zu motivieren. Dann kam leider in der Vorbereitung die Verletzung dazwischen, aber jetzt bin ich froh, dass ich wieder auf dem Platz stehe“, so Matondo.



Nachdem er seine Risswunde am Bein überwunden hatte, nutzte Matondo die Möglichkeit, um in der Schalker Regionalligamannschaft Spielpraxis zu sammeln und in den Spielrhythmus zu kommen. Schalkes neuer Trainer David Wagner hatte in der Vorbereitung bereits durchblicken lassen, dass er große Stücke auf den Waliser hält. Bis zu seiner Verletzung in Enschede kam Matondo in jedem Testspiel zum Einsatz.


Erfahrungen als zentraler Stürmer


In Leipzig bewies Matondo, dass er nicht nur auf den Flügeln wirbeln kann, sondern zusammen mit Guido Burgstaller auch im Zentrum. Für den Waliser ist das keine neue Erfahrung. „Ich weiß, wie man als Spieler stürmen muss, denn ich habe in der Jugend bei Cardiff City als Stürmer angefangen“, erzählte Matondo.

Letztlich dürfte es ihm egal sein, wo er spielt. Hauptsache er kommt überhaupt zum Einsatz. Mit seiner Leistung in Leipzig hat der Jungprofi ein erstes Empfehlungsschreiben gegeben.


Fortschritte will er so schnell wie möglich auch im Erlernen der deutschen Sprache machen. „Das ist für mich nicht so einfach. Deutsch ist eine schwere Sprache“, gibt Matondo zu. Mittlerweile wohnt der 19-Jährige nicht mehr im Hotel, sondern hat eine Wohnung gefunden, in der er allein lebt. „Das ist nicht schlimm. Ich bin ja viel mit meinen Mannschaftskameraden zusammen“, so Matondo.

Gegen Köln erwartet er „ein ganz anderes Spiel. Aber ich denke, dass wir gewinnen können, wenn wir das zeigen, was der Trainer von uns erwartet“.

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