Zu wenig Tempo, zu viele Fehler

Niederlage in Stuttgart

Benedikt Höwedes bemerkte sein Malheur gerade noch rechtzeitig. Der Schalker Abwehrchef musste kurz vor Beginn der zweiten Halbzeit in der Stuttgarter Mercedes-Benz Arena noch einmal zurück in die Mannschaftskabine sprinten – Höwedes hatte seine Kapitänsbinde vergessen.

GELSENKIRCHEN

von Von Frank Leszinski

, 07.08.2011, 22:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Schritt zu spät - oder zu wenig: Bei der Laufleistung haben die Schalker um Benedikt Höwedes (r.) noch Luft nach oben.

Ein Schritt zu spät - oder zu wenig: Bei der Laufleistung haben die Schalker um Benedikt Höwedes (r.) noch Luft nach oben.

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Fußball-Bundesliga: VfB Stuttgart - FC Schalke 04

Auftakt verpatzt. Am 1. Spieltag der Saison 2011/12 unterlag der FC Schalke 04 beim VfB Stuttgart deutlich mit 0:3 (0:1).
06.08.2011
/
Kyriakos Papadopoulos in Aktion.© Foto: dpa
Chritsian Fuchs (hinten) verfolgt Martin Harnik.© Foto: dpa
Joel Matip (r.) im Zweikampf mit Khalid Boulahrouz.© Foto: dpa
Ein Schritt zu spät - oder zu wenig: Bei der Laufleistung haben die Schalker um Benedikt Höwedes (r.) noch Luft nach oben.© Foto: dpa
VfB-Stürmer Cacau jubelt über seinen Trefer zum 1:0.© Foto: dpa
S04-Torhüter Ralf Fährmann (unten) klärt vor dem heranstürmenden Martin Harnik.© Foto: dpa
Cacau (l.) trifft per Kopf zum 1:0. © Foto: dpa
Alexander Baumjohann (r.) im Duell mit Cristian Molinaro.© Foto: dpa
Schwacher Auftritt in Stuttgart: Lewis Holtby (r.).© Foto: dpa
Christian Gentner (r.) foult S04-Neuzugang Marco Höger.© Foto: dpa
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Denn der FC Schalke 04 legte zum Saisonstart einen veritablen Fehlstart hin. Mit dem 0:3 (0:1) gegen einen keineswegs stark auftrumpfenden VfB Stuttgart waren die Königsblauen noch gut bedient. Schalkes Spieler und Trainer Rangnick lamentierten zwar hinterher, dass der Sieg der Stuttgarter zu hoch ausgefallen sei, doch diese Sichtweise musste man nicht unbedingt teilen. Wenn der VfB alle seine klaren Konterchancen genutzt hätte, wäre für Schalke auch ein Debakel im Bereich des Möglichen gewesen.

Vor allem die neuformierte Abwehr zeigte große Schwächen, selbst Nationalspieler Höwedes ließ sich von der Unsicherheit seiner Mannschaftskameraden in der Defensive anstecken und produzierte ungewöhnlich viele Fehler.Bis auf Torhüter Ralf Fährmann, dem ein starkes Bundesliga-Comeback im Schalker Trikot gelang, ließ die Abwehrarbeit viele Wünsche offen.

„Das war zu wenig. Stuttgart hat verdient gewonnen, aber wir dürfen jetzt auch nicht alles Schwarzmalen“, betonte Höwedes, der dabei wohl an die erste halbe Stunde der Partie dachte, wo Schalke noch ein ebenbürtiger Gegner war und auch die eine oder andere Torchance (Raúl) hatte. Doch nach der Stuttgarter Führung durch Cacau (37.) nahm die Partie einen Verlauf, der den 8000 mitgereisten Schalker Anhängern die Sorgenfalten auf die Stirn trieb. Warum Schalke schon zu Beginn der zweiten Halbzeit alle taktische Disziplin aufgab und mit Mann und Maus auf den Ausgleich drängte, blieb rätselhaft.

Manager Horst Heldt, der sich die Rückkehr zu seinem früheren Klub sicher anders vorgestellt hatte, monierte unter anderem ein Geschwindigkeitsdefizit: „Uns hat der ein oder andere schnelle Spieler gefehlt, so wie Jefferson Farfan oder Ciprian Marica.“

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Auftakt verpatzt. Am 1. Spieltag der Saison 2011/12 unterlag der FC Schalke 04 beim VfB Stuttgart deutlich mit 0:3 (0:1).
06.08.2011
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Kyriakos Papadopoulos in Aktion.© Foto: dpa
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Ein Schritt zu spät - oder zu wenig: Bei der Laufleistung haben die Schalker um Benedikt Höwedes (r.) noch Luft nach oben.© Foto: dpa
VfB-Stürmer Cacau jubelt über seinen Trefer zum 1:0.© Foto: dpa
S04-Torhüter Ralf Fährmann (unten) klärt vor dem heranstürmenden Martin Harnik.© Foto: dpa
Cacau (l.) trifft per Kopf zum 1:0. © Foto: dpa
Alexander Baumjohann (r.) im Duell mit Cristian Molinaro.© Foto: dpa
Schwacher Auftritt in Stuttgart: Lewis Holtby (r.).© Foto: dpa
Christian Gentner (r.) foult S04-Neuzugang Marco Höger.© Foto: dpa
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Hinzu kamen große Unkonzentriertheiten bei Standardsituationen des Gegners. „Wir sind in Konter gelaufen, da musst du die Augen zumachen. Das 0:3 ist ein Nackenschlag. Im Vergleich zum Supercup-Spiel gegen Dortmund haben viele Spieler ihre Leistung nicht gebracht. Aber wir haben den Supercup richtig bewertet und nicht gesagt, dass wir die Könige vom Revier sind. Und wir ordnen auch dieses Spiel richtig ein“, bilanzierte Heldt.

Dass Schalke nach nur einem Spieltag nun schon unter Erfolgsdruck steht, gehört zu den mittlerweile branchenüblichen Geflogenheiten in der notorisch aufgeregten Bundesliga-Welt, was auch Heldt nicht in Abrede stellt: „Klar ist, dass wir jetzt das Heimspiel gegen Köln gewinnen müssen.“ Keine leichte Aufgabe nach den Eindrücken von Stuttgart. Die Leistung von Neuzugang Christian Fuchs in Stuttgart kommentierte Schalke-Manager Horst Heldt kurz und knapp: „Mit Licht und Schatten.“ Dabei bezogen sich die lichten Momente des Österreichers eindeutig auf die Offensive.

Fuchs präsentierte sich stark in der Spieleröffnung, schoss gefährliche Standards und hatte auch in der Anfangsphase die erste Schalker Chance per Freistoß. Doch was die Defensive betrifft, offenbarte er große Schwächen. Bitter für Fuchs, dass er an allen drei Gegentoren beteiligt war.