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Zurück zu den Wurzeln: Schalke schaut auf dem Transfermarkt auch nach „alten Bekannten“

Schalke 04

Schalkes Chefetage bemüht sich offenbar um ein Comeback der Identifikation. Auf dem Transfermarkt könnte dieser Plan an seine Grenzen stoßen - wie zwei Beispiele zeigen.

Gelsenkirchen

von Norbert Neubaum

, 02.06.2019 / Lesedauer: 3 min
Zurück zu den Wurzeln: Schalke schaut auf dem Transfermarkt auch nach „alten Bekannten“

Schalke hat Interesse an einer Verpflichtung von Kaan Ayhan - nun müssen die Königsblauen für ihr Eigengewächs (jetzt bei Fortuna Düsseldorf) aber vielleicht doch tiefer als erhofft in die Tasche greifen. © dpa

Zurück zu den Wurzeln. Wer Identifikation schaffen will, muss auch an die Kleinigkeiten denken. Weil dem FC Schalke 04 in der verpfuschten zurückliegenden Saison ein erkennbares Identifikations-Defizit mehrmals um die Ohren gehauen wurde, sollen die Wurzeln des Klubs auch optisch wieder in den Mittelpunkt rücken.

Laut „Kicker“ soll daher der nicht nur grammatikalisch fragwürdige Slogan „Weil Fußball“ vom Mannschaftsbus verschwinden und wird vielleicht durch das Vereinsmotto „Schalke, wir leben Dich“ ersetzt.

So weit, so gut. Aber nur mit vertrauten Sprüchen werden die „Königsblauen“ die Kurve wohl nicht kriegen. Seit Samstag ist mit Michael Reschke der erste hauptberufliche Kaderplaner auf Schalke offiziell im Amt – seine anspruchsvolle Aufgabe ist es, Schalke von personellen „Altlasten“ zu befreien und gleichzeitig mit neuen Spielern zu verstärken – das dürfen gerne auch „alte Bekannte“ sein.

So einer wie Kaan Ayhan beispielsweise. Der gebürtige Gelsenkirchener spielte fast während seines gesamten bisherigen Fußballer-Lebens auf Schalke, wurde dann aber für nicht gut genug befunden. 2016 lieh Schalke ihn zunächst zur Frankfurter Eintracht aus, schließlich landete Ayhan bei Fortuna Düsseldorf, wo er mit dem Aufsteiger eine hervorragende Saison spielte – und nun wieder interessant für Schalke ist.

Zumal Ayhan, der ganz in der Nähe der Schalker Veltins-Arena wohnt, in seinem Vertrag eine Ausstiegsklausel in Höhe von 4,5 Millionen Euro hat. Besser formuliert: Hatte. Denn anscheinend hat Ayhan diese bis Ende Mai mögliche Option nicht gezogen. „Bei mir ist nichts angekommen. Und wenn das bei jemand anderem angekommen wäre, wüsste ich das“, informierte Fortunas Sportvorstand Lutz Pfannenstiel die „Rheinische Post“ über den aktuellen Stand im „Fall Ayhan“.

Das bedeutet, dass der Verteidiger bei einem Transfer nun wesentlich teurer werden wird – Schalke müsste für das 24-jährige Eigengewächs also richtig tief in die Tasche greifen und mit Konkurrenten wie Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach um die Ablöse „feilschen“.

Zurück zu den Wurzeln: Ayhan wäre dafür ein passender Kandidat, genau wie Sead Kolasinac. Doch seine Rückhol-Aktion, von der Aufsichtsratschef Clemens Tönnies träumen soll, wäre eine noch teurere und daher angesichts der Schalker Finanzlage schmerzhaftere „Wurzel-Behandlung“: Denn bei Arsenal London soll Kolasinac ca. zehn Millionen Euro pro Jahr verdienen. Spitzenverdiener auf Schalke (u. a. Yevhen Konoplyanka) sollen auf fünf Millionen Euro pro Jahr kommen. Ob Kolasinac auf so viel Geld verzichtet, nur um wieder auf Schalke spielen zu können?

Gar nicht so einfach also für Schalke, Spieler, die das Zeug dazu hätten, zu Identifikationsfiguren zu werden, für einen nicht international spielenden Verein zu verpflichten.

Also müssen die Vereins-Wurzeln vorerst auf anderen Ebenen angepackt werden: Auf die von vielen Fans kritisch gesehene PR-Tour nach China verzichtet Schalke in dieser Sommer-Vorbereitung, stattdessen gibt es u. a. drei Testspiele im Revier: In Oberhausen, in Bottrop, in Wattenscheid. Ruhrgebiet statt Shanghai – Schalke gibt sich ganz bodenständig. Zurück zu den Wurzeln.

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