14 Tage Glück und Leid in Ruanda erlebt

Krankenschwester half in Afrika

Einmal im Jahr reist ein medizinisches Team des Interplast-Vereins für plastische Chirurgie nach Ruanda in Zentralafrika. Im Krankenhaus der Stadt Murunda kümmert es sich um notleidende Menschen. Bei der letzten Reise dabei: die Schermbecker Krankenschwester Alexandra Siegel-Schoppen. Während ihres Aufenthalts erlebte sie viel Leid, aber auch Glück und Hoffnung.

Schermbeck

, 06.02.2017, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
14 Tage Glück und Leid in Ruanda erlebt

Alexandra Siegel-Schoppen und ihr Team behandelten in Ruanda vor allem viele Kinder.

Um 6 Uhr begann für Alexandra Siegel-Schoppen der Tag in Murunda. Während der Sprechstunde ordneten sie und ihre fünf Teamkollegen die dringendsten Fälle - darunter offene Brüche, Tumore, Verbrennungen. "Wir versuchen einfach, in zwei Wochen so vielen Menschen wie möglich zu helfen", beschreibt die Krankenschwester ihre Aufgabe in dem Entwicklungsland.

Springerin im OP

Alexandra Siegel-Schoppen war 14 Tage lang ehrenamtlich als "Springerin" im OP-Saal des plastischen Chirurgen Dr. Arnulf Lehmköster tätig. Und jede Operation sei eine Herausforderung gewesen, sagt sie. "Wir hatten teilweise kein Wasser oder keinen Strom." Hinzu kamen die niedrigeren Hygienestandards, die Unpünktlichkeit des Krankenhauspersonals. Besonders problematisch seien die Fahrten auf den unbefestigten Straßen gewesen.

Ihre Patienten waren in jedem Alter. "Wir mussten uns auch um die Verbrennungen eines anderthalbjährigen Jungen kümmern, der in eine Feuerstelle gekrabbelt war", berichtet die 44-Jährige. Solche Fälle seien natürlich hart, sagt Siegel-Schoppen, "doch als wir zur Visite hereinkamen, die behandelten Kinder gelächelt haben und auf den Arm genommen werden wollten, waren wir glücklich".

Hilfe nach drei Tagen

Auch an einen jungen Mann namens Damian erinnert sie sich. Dieser habe einen offenen Beinbruch erlitten und bereits drei Monate lang auf Hilfe gewartet. Obwohl sein Bein amputiert werden musste, sei die Freude, dass ihm endlich geholfen wurde, unbeschreiblich gewesen.

In dem Krankenhaus seien es nicht die Angestellten, die für die Reinigung und die Versorgung der Patienten mit Wasser und Nahrung sorgen, sondern deren Angehörigen. Eine Mutter habe ihr Kind noch gestillt, obwohl sie selbst kaum bei Kräften war, sagt Alexandra Siegel-Schoppen. "Wir haben ihr dann etwas von unseren privaten Vorräten gegeben."

Zwei Tage mit Gorillas

Aber auch eine andere Seite Ruandas lernte die Krankenschwester kennen. An ihrem freien Wochenende ging es für sie und ihr Team in die Berge zu den Gorillas. "Das war ein tolles Erlebnis", sagt die Schermbeckerin über das Kontrastprogramm zum Krankenhaus-Alltag.

Und trotz der schwierigen Arbeitsbedingungen würde sie jederzeit wieder nach Ruanda fahren und den Menschen helfen. Der gemeinnützige Verein "Interplast Germany" betreue solche Projekte auch im Entwicklungsland Nepal. Das würde sie ebenfalls reizen. 

Spenden werden dringend benötigt: Interplast Germany e.V., IBAN: DE16401545300051129922, BIC: WELADE3WXXX