21-Jähriger fährt bekifft Auto und tappt prompt in die Polizeifalle

rnAutofahren unter Drogen

Ältere fahren alkoholisiert, jüngere bevorzugen Cannabis, Amphetamin oder alles zusammen. Die Polizei im Kreis Borken zieht des Öfteren berauschte Fahrer aus dem Verkehr - jetzt wieder.

Raesfeld

, 06.08.2019, 12:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Nacht zu Dienstag (6. August) hat die Polizei einen 21-Jährigen aus Raesfeld auf der Borkener Straße aus dem Verkehr gezogen. Seine Autofahrt fand ein unfreiwilliges Ende bei einer Polizeikontrolle.

Jetzt lesen

Die Beamten baten den jungen Mann zum Drogenvortest, der prompt positiv ausfiel. Der Cannabis-Wirkstoff THC konnte damit nachgewiesen werden. Die Polizei untersagte dem Fahrer die Weiterfahrt und zeigte ihn an. Ein Arzt entnahm dem 21-Jährigen dann noch eine Blutprobe, „um den Drogenkonsum exakt bestimmen zu können“, wie die Polizei im Kreis Borken meldet.

Grenznahe Wohnorte zu Holland auffällig

Polizeisprecher Thorsten Ohm weist auf Anfrage der Redaktion aber den Verdacht zurück, dass gerade in Raesfeld besonders viele Cannabis-Berauschte am Lenkrad anzutreffen seien. „Das ist nicht der Fall. Jedenfalls nicht mehr als anderswo auch“, so Ohm. Allerdings gebe es durchaus einen Zusammenhang zwischen Cannabis-Konsum und grenznahen Wohnorten zu Holland. „In Gronau beispielsweise fallen nahezu täglich Autofahrer auf, die unter Cannabiseinfluss stehen.“

Die Fahrt unter Drogen oder unter Alkohol ist kein Kavaliersdelikt. „Uns ist es ein Anliegen, darauf hinzuweisen, dass es gefährlich ist, bekifft, berauscht oder angetrunken Auto zu fahren“, sagt Ohm. Die Polizei wolle die Fahrer nicht kriminalisieren, sie wolle aber aufklären und informieren, dass Drogenkonsum zu schlimmen Unfällen führen kann. „Vielen Konsumenten ist vielleicht auch nicht bewusst, dass der Abbau des berauschenden Wirkstoffes THC im Cannabis im Körper wesentlich länger dauert als zum Beispiel der Abbau von Alkohol“, so Ohm. Sie meinen, dass es kein Problem ist, abends Cannabis zu rauchen und morgens wieder fit zu sein. Dem sei nicht so, so die Polizei.

Polizei wird bei roten Augen oder starren Pupillen stutzig

Stutzig werden Polizeibeamte, wenn der Fahrer gerötete Augen hat, nervös wirkt, fahrig agiert oder starre Pupillen hat. Dann werde der Drogenvortest angeordnet, so Ohm. Autofahrer werden dann zur Urinabgabe ins Gebüsch gebeten.

„Diese Tests können auch mehrere Suchtmittel nachweisen“, sagt Ohm. Häufig greifen Drogenkonsumenten nämlich auf verschiedene Rauschmittel zurück:. Abends Cannabiskonsum, morgens ein Amphetamin zum Wachwerden: „Drogenkonsum ist ein weitverbreitetes gesellschaftliches Phänomen, das nicht nur junge Menschen betrifft.“

Drakonische Strafen drohen den Fahrern

Der junge Fahrer aus Raesfeld wird mit einer drakonischen Strafe rechnen müssen, auch wenn seine Fahrt „nur“ eine Ordnungswidrigkeit war. Thorsten Ohm: „Es kann eine Geldbuße bis zu 1.500 Euro geben, ein Fahrverbot bis zu drei Monaten verhängt werden, und es gibt zwei Punkte in der Verkehrssünderkartei.“

Wenn ein Fahrer unter Drogen oder Alkohol einen Unfall verursacht, andere gefährdet oder bei einer Kontrolle wegen Rauschmitteln fahruntüchtig erscheint, dann sind die Strafen deutlich härter noch, da das Vergehen als Straftat gewertet wird: Bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe und eine Geldbuße drohen - je nach Schwere der Schuld.

Lesen Sie jetzt