3,3-Millionen-Kredit zur Flüchtlingsunterbringung

Ratsentschluss

Um in der Flüchtlingskrise handlungsfähig zu bleiben, hat der Schermbecker Rat am Donnerstag einem Nachtragshaushalt mit zusätzlicher Kreditaufnahme in Höhe von 3,3 Millionen Euro zugestimmt. Auch eine Belegung der Zweifachsporthalle der Maximilian-Kolbe-Schule mit Flüchtlingen rückt in den Bereich des Möglichen.

Schermbeck

, 30.10.2015 / Lesedauer: 3 min

„Ich habe noch zwei andere Pläne“, sagte Bürgermeister Mike Rexforth am Freitag auf Anfrage der Dorstener Zeitung. Weitere Details könne er nicht nennen, um die eigene Verhandlungsposition nicht zu schwächen. Falls beide Alternativen nicht kurzfristig umgesetzt werden könnten, müsse die Turnhalle mit Flüchtlingen übergangsweise (sechs bis maximal neun Monate) belegt werden.

Verteilung auf andere Hallen

In der kommenden Woche wolle er ein Gespräch mit allen Leitungen der Schermbecker Schulen führen, so Rexforth, wie dann der Schulsport auf die anderen Hallen, auch unter Einbeziehung der Gahlener Sporthalle, verteilt werden könne. Auch mit den Sportvereinen werde man sprechen und Lösungen suchen, so Rexforth.

In zwei Wochen stehe der „Rheinisch-Westfälische Hof“ für die Aufnahme von Flüchtlingen zur Verfügung (rund 30 Plätze). Mit dem Gahlener Hotel „Op den Hövel“ gebe es eine Partnerschaft, das 25 Plätze anbiete. Falls weiterhin 12 bis 15 Flüchtlinge pro Woche zugewiesen würden, so Rexforth, könne die Belegung der Zweifachsporthalle, die zuvor umgebaut werden müsste (Bodenabdeckung, Sanitäranlagen, Kochgelegenheiten), in rund sechs Wochen Realität werden.

Neubauten

Politisch entschieden würde die Belegung der Halle in einer nicht-öffentlichen Sitzung des Bau- und Liegenschaftsausschusses am 10. November, so Rexforth. Dann wäre auch über Neubaumaßnahmen von Flüchtlingsunterkünften zu beraten, für die der zusätzliche Kreditrahmen im Haushalt geschaffen wurde. Fünf bis sechs Standorte in der Gemeinde kämen dafür in Frage, so Rexforth, der auf komplexe Fragestellungen im Hintergrund verweist. Im Gespräch sei etwa eine zentrale Aufnahmestelle des Landes mit 200 Plätzen, die noch erweiterbar sein. Oder auch eine weitere Flüchtlingsunterkunft mit 100 Plätzen. Oder Kauf und Herrichtung eines Objekts, wie Kämmerer Frank Hindricksen im Rat ausführte.

Da der Millionen-Kredit für „investive Maßnahmen“ ist, belastet er den Haushalt (noch) nicht. Trotz gestiegener Kosten für Sozialleistungen und Mieten für Wohnungen komme er durch erhöhte Landeszuweisungen und Gewerbesteuererträge auf eine Gesamtverbesserung von 80 000 Euro zum Plan. Rexforth schwebt bei den Neubauten eine Lösung vor, die „richtungsweisend für die Gemeinde“ sein soll. „Ich will nicht für eine Million etwas bauen, was ich in zehn Jahren abreißen muss.“