Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

387 Knoblauchkröten wurden ausgesetzt

Im Ortsteil Damm

Knoblauchkröten gibt es in NRW nur noch sehr selten, im Kreis Wesel galten sie als fast ausgestorben. Seit Dienstag haben 387 Knoblauchkröten eine neue Heimat im Schermbecker Ortsteil Damm gefunden.

Schermbeck

, 23.08.2016 / Lesedauer: 2 min
387 Knoblauchkröten wurden ausgesetzt

387 solcher Knoblauchkröten wurden gestern in der Dammer Lippeaue ausgesetzt.

Die Ansiedlung der Knoblauchkröte ist Teil eines 2014 gestarteten Projekts der Biologischen Station des Kreises Wesel, finanziert durch Kreis und NRW-Stiftung. „Anfang der 1990er-Jahre gab es noch einige Knoblauchkröten in der Lippeaue“, berichtete Diplom-Biologe Wilhelm Itjeshorst: „Wir gingen später davon aus, dass sie hier ausgestorben sind.“ Dass wenige Rest-Exemplare entdeckt wurden, ist Christian Chmela, Leiter der Biologischen Station Bonn, zu verdanken, der in Damm aufgewachsen ist und dort gerne forschend unterwegs ist.

Sechs Männchen und zwei Weibchen

Im März 2016 gelang es, mit einem Amphibienfangzaun acht Knoblauchkröten in der Dammer Lippeaue zu fangen. Im April wurden die sechs Männchen und zwei Weibchen der NABU-Naturschutzstation Münsterland zur Nachzucht übergeben. „Bereits nach zwei Tagen laichten die Weibchen“, sagte NABU-Mitarbeiter Norbert Menke. 387 Knoblauchkröten mit einem Gewicht von mehr als 15 Gramm wurden gestern auf einer Weide der Familie Steinkamp ausgesetzt. Itjeshorst dankte Rita Steinkamp dafür. Dies sei ganz im Sinne ihres verstorbenen Mannes Reinhard, sagte sie. Auch der Dammer Landwirt Hartmut Neuenhoff, der die Steinkamp-Weide bewirtschaftet, stimmte zu. Die etwa drei Zentimeter großen Kröten konnten es kaum erwarten, bis Norbert Menke und Diplom-Landschaftsökologin Johanna Siewers die Klappdeckel der Kiste öffneten. Den Sonnenschein mochten die nachtaktiven Kröten aber gar nicht und verkrochen sich schnell im sandigen Boden. Menke: „Sie leben den Großteil des Jahres eingegraben im Boden und können sich je nach Grundwasserstand tief einbuddeln, im Winter bis zu einem Meter.“

Bagger rücken an

Die ausgesetzten Kröten benötigen etwa drei Jahre bis zur Geschlechtsreife. Johanna Siewers hofft, dass dann in der Lippeaue ein größerer Bestand entsteht. In drei Wochen rücken Bagger in der Lippeaue an, um neben einem bestehenden Laich-Gewässer vier weitere anzulegen. Damm soll nicht der einzige Standort für Knoblauchkröten im Kreis bleiben. Dies hängt aber von der Vergabe von EU-Mitteln ab.  

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt