40 Jahre im Rathaus gearbeitet

Roswitha Cornelis

Wenn Schermbecker Post von Roswitha Cornelis erhalten, "schreien sie nicht unbedingt Hurra", wie Bürgermeister Mike Rexforth weiß. Denn Roswitha Cornelis arbeitet im Steueramt der Gemeinde und ist mittlerweile seit 40 Jahren in der Verwaltung beschäftigt.

Schermbeck

, 22.08.2017 / Lesedauer: 3 min
40 Jahre im Rathaus gearbeitet

Eine Torte in Form eines Aktenrondells mit einem Schreibtisch darauf hat Roswitha Cornelis von ihrer Tochter gebacken bekommen. Seit 40 Jahren arbeitet Cornelis in der Schermbecker Verwaltung und erhielt dafür am Dienstag die Gratulationen von (v.l.) Dirk Kuhmann, Fachbereichsleiter Zentrale Dienste, Alexander Thomann (Personalratsvorsitzender), Bürgermeister Mike Rexforth, Herbert Tekaat (Stellvertreter des Bürgermeisters) und Kämmerer Frank Hindricksen.

Ein Rondell aus Aktenordnern, darauf ein Schreibtisch mit Papier, Kugelschreibern und Computer: Das klingt weniger schmackhaft, als es am Dienstag für Roswitha Cornelis war. Die Torte hatte ihre Tochter Sarah Föcker gebacken – für 40 Jahre Arbeit in der Schermbecker Gemeindeverwaltung. 40 Jahre im Öffentlichen Dienst, bei einem Arbeitgeber – solche Anlässe kämen nur selten vor, sagte Bürgermeister Mike Rexforth bei einer kleinen Feierstunde im Rathaus. „Und das wird noch weniger werden.“ Er ist sich bei Cornelis sicher: „Fast jeder Schermbecker ist durch ihre Hand gegangen.“

Werdegang

Roswitha Cornelis, geborene Hoffterheide, ließ sich 1977 bis 1980 zur Verwaltungsangestellten ausbilden. Im Hauptamt arbeitete sie bis 1985, pausierte nach der Geburt ihrer Tochter ein halbes Jahr, um im selben Jahr in der Rentenberatung und Wohngeldstelle einzusteigen. Ab 1988 arbeitete sie im Einwohnermeldeamt, seit 1998 im Steueramt. „Das ist nicht gerade die Abteilung, wo alle Hurra schreien, wenn ihr Name auf den Briefen erscheint“, sagte Rexforth lächelnd. 563 Paare hat Cornelis zudem als Standesbeamtin verheiratet.

"Engagierte Kollegin"

Er habe das Glück gehabt, fast zwölf Jahre mit Cornelis im Fachbereich Finanzen zusammenarbeiten zu dürfen, sagte Rexforth. Sie habe immer die Bürgerinnen und Bürger im Fokus, ihre Sorgen und Nöte im Blick gehabt und so stets Lösungen gefunden, um brenzlige Situationen zu entschärfen. Die geringe Anzahl an Beschwerden und Klagen über ihre Arbeit sprächen für sich. Rexforth: „Eine sehr engagierte Kollegin, die immer ein offenes Ohr hat“, und oft lange nach Dienstschluss arbeitete, „wenn Sachen vom Tisch mussten“. Personalratsvorsitzender Alexander Thomann lobte die „hilfsbereite, aufgeschlossene, sympathische Kollegin“. Kämmerer Frank Hindricksen betonte, dass sich Cornelis sehr um Praktikanten und Auszubildende kümmere.

"Lobhudelei"

Cornelis dankte lächelnd „für die Lobhudelei“. Sie sei fast immer gern zur Arbeit gegangen, auch wenn es gute und schlechte Tage gegeben habe. Auf die zugegebenermaßen im Beisein ihres jetzigen Chefs gemeine Frage, welcher Bürgermeister als Chef der Beste gewesen sei, antwortete sie diplomatisch: Ihr erster Chef, Gemeindedirektor Walter Rösen, sei eine autoritäre Person gewesen. „Ihm ging es aber um die Vermittlung von Anstand und Benimmregeln. Manchmal fehlt mir das heute.“ Wilhelm Cappell sei eher „kumpelhaft auf Du“ gewesen: „Das war auch schön.“ Im Grunde sei sie aber mit allen Chefs gut ausgekommen.

Die 58-Jährige plant, noch mindestens sechs Jahre dem Rathaus erhalten zu bleiben. Über einen Wechsel des Arbeitsortes habe sie noch nie nachgedacht. Sie sei „in Schermbeck geboren, in Schermbeck aufgewachsen, ich wohne hier und bin schnell mit dem Rad bei der Arbeit.“ Wenn sie an Pendler und ihre Stunden auf Autobahnen denke, sage sie sich: „Auf der Schienebergstege habe ich nie Stau."