4,9-Millionen-Projekt kurz vor dem Abschluss

Bossow-Haus-Anbau

Noch fehlen an vielen Stellen die Möbel, noch sind Handwerker an vielen Ecken bei der Arbeit. Doch bereits am Sonntag (30. Januar) will die Evangelische Stiftung Lühlerheim bei einem Besuchertag von 11 bis 16 Uhr Interessierte durch den neuen Anbau am Bossow-Haus führen.

Schermbeck

, 26.01.2016, 17:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
4,9-Millionen-Projekt kurz vor dem Abschluss

Superintendent Thomas Brödenfeld, Beate Romanowski, Leiterin des Bossow-Hauses, Elke Landers (Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Stiftung Lühlerheim) und Theo Lemken, Geschäftsführer der Stiftung, in einer der drei Wohnküchen, die den künftigen Bewohnern des Bossow-Haus-Anbaus eine familiäre Umgebung bieten soll.

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Neuer Anbau am Bossow-Haus

Der neue Anbau am Bossow-Haus am Lühlerheim soll am 1. März bezogen werden.
26.01.2016
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Das neue Bossow-Haus in der Außenansicht.© Foto: Berthold Fehmer
Wo jetzt noch gebaut wird, soll bald eine Terrasse die Besucher nach draußen locken.© Foto: Berthold Fehmer
Superintendent Thomas Brödenfeld, Beate Romanowski, Leiterin des Bossow-Hauses, Elke Landers (Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Stiftung Lühlerheim) und Theo Lemken, Geschäftsführer der Stiftung, in einer der drei Wohnküchen, die den künftigen Bewohnern des Bossow-Haus-Anbaus eine familiäre Umgebung bieten soll.© Foto: Berthold Fehmer
Teilweise sind die Zimmer im Bossow-Haus-Anbau bereits möbiliert.© Foto: Berthold Fehmer
Jedes Zimmer im neuen Bossow-Haus besitzt eine eigene Nasszelle.© Foto: Berthold Fehmer
An das jeweilige Thema der drei Wohnebenen im neuen Bossow-Haus-Anbau, Kastanie, Lavendel und Sonnenblume, ist auch die Inneneinrichtung angepasst.© Foto: Berthold Fehmer
Gegenstände wie diese alte Mangel sollen nicht nur die Erinnerung der Demenzkranken im neuen Bossow-Haus anregen, sondern gleichzeitig die Orientierung im Gebäude erleichtern.© Foto: Berthold Fehmer
Beate Romanowski leitet seit Juli 2015 das Bossow-Haus am Lühlerheim.© Foto: Berthold Fehmer
Schlagworte Dorsten, Schermbeck

Am 1. März soll das Haus laut Geschäftsführer Theo Lemken in Betrieb gehen. Offizielle Eröffnung ist im Juni. 4,9 Millionen Euro kostet der Anbau des Bossow-Hauses, das insgesamt Platz für 65 ältere Menschen bieten wird. Alle Zimmer werden eine eigene Nasszelle haben. Zusammen leben werden die Bewohner laut Lemken in sechs "alltagsorientierten Wohngemeinschaften" von 12 bis 13 Personen, worunter eine familiäre, vertraute und barrierefreie Umgebung zu verstehen ist, in der den Wohnküchen besondere Bedeutung zukommt.

"Lebendige Mitte"

Eine "lebendige Mitte" soll die Wohnküche in der jeweiligen Gruppe sein, so

, die im Juli 2015 die Leitung des Bossow-Hauses übernommen hat. Zusammen kochen und essen wolle etwa man in den Wohnküchen, ein Alltagsbegleiter soll ständig als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Die drei Bereiche Hauswirtschaft, Pflege und Betreuung würden im neuen Konzept aufgelöst, sagt Lemken. In dem alten Bossow-Haus von 1986 werden künftig die „beheimateten Klienten“ im Alter von 60 bis 80 Jahren untergebracht, wie Lemken die Wohnungslosen nennt, die dauerhaft im Lühlerheim bleiben wollen und bei denen ein Pflegebedarf absehbar sei. Vor ihrem Einzug, so Romanowski, soll das Haus allerdings zuerst renoviert werden. Für das Simon-Haus, in dem diese Gruppe derzeit wohnt, gebe es zwar Ideen, aber noch keine konkrete Nachfolgenutzug, so Lemken.

„Gegen den Trend“, ist sich Lemken im Klaren, sei das Altenheim im Grünen: „Und das machen wir ganz bewusst.“ Die Pflegewissenschaft und die Quartiersentwicklung forderten die Unterbringung von Senioren in den Städten. Doch dies widerspreche der Lebenserfahrung der künftigen Besucher, die aus dem eher ländlichen und dörflichen Bereich stammten. Zudem, so Elke Landers, Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Stiftung Lühlerheim, wolle man mit dem „Standort-Konzept“ das Lühlerheim weiter in der Region verankern und gleichzeitig öffnen. Lemken: „Es ist ein Quartier der besonderen Art.“   

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