Altersarmut - Seniorenbeirat gibt Hilfen für ein Leben mit zu wenig Geld

Seniorenbeirats-Sitzung

Der Seniorenbeirat will anregen, kostengünstigen und altersgerechten Wohnraum für ältere Schermbecker zu schaffen. Doch das war längst nicht alles.

Schermbeck

, 15.10.2019, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Altersarmut - Seniorenbeirat gibt Hilfen für ein Leben mit zu wenig Geld

Mit mehren kommunalpolitischen Themen befassten sich die Mitglieder des Seniorenbeirates während der sechsten Sitzung im Begegnungszentrum. © Helmut Scheffler

Gleich mit mehreren kommunalpolitischen Themen befasste sich der Seniorenbeirat am Montag in seiner sechsten Sitzung im Begegnungszentrum.

„Nicht zu enge Sicht im Genehmigungsverfahren“

Dem Vorschlag des Mitglieds Brigitte Scheffler, Genehmigungen für den Ausbau bestehender Häuser zu erleichtern, um älteren Bürgern und deren Kindern ein nahes Zusammenleben zu erleichtern, schloss sich auch Volker Schulte-Bunert an. Er empfahl in Richtung Baugenehmigungsbehörde beim Kreis Wesel „eine nicht zu enge Sicht“ im Genehmigungsverfahren. Die Verwaltungsmitarbeiterin Irmgard Schwenk verwies hingegen auf „klare gesetzliche Vorgaben“ der Bauleitplanung. Beiratsmitglied Manfred Knappernatus kritisierte zudem das Genehmigungsverfahren für mehr als 40 Wohneinheiten am Marienheim. Bei seiner Frage nach dem „Verursacher der Stolpersteine“, erfuhr er von Irmgard Schwenk, dass die Bauanträge beim Kreis Wesel lägen. Die Baugenehmigung werde in den nächsten Wochen erwartet, teilte die Verwaltungsmitarbeiterin Isabella Palik mit.

Einen Rahmenplan für die Entstehung von öffentlichen Mietwohnungen und Altenpflegewohnungen, wie ihn der Seniorenbeirat gefordert hatte, wird es nicht geben. Die Verwaltung führte aus, dass im Rahmen der Aufstellung neuer Bebauungspläne bedarfsgerecht und einzelfallbezogen abgewogen werde, in welchem Rahmen Miet- und Altenpflegewohnungen geschaffen werden könnten.

Künftige Stellungnahmen zu Bauleitverfahren

Der Seniorenbeirat wird künftig Stellungnahmen zu Bauleitplanverfahren abgeben. Das beschloss der Beirat in einem weiteren Tagesordnungspunkt. Hierbei sollen auch Erweiterungen bzw. Umgestaltungen des Wohnraums zum Zwecke der Pflege älterer Angehöriger Berücksichtigung finden.

„Und plötzlich bist du alt und hast zu wenig Kohle“

Der Seniorenbeirat beschloss ebenfalls einstimmig, im Jahre 2020 eine öffentliche Veranstaltung zum Thema Altersarmut anzubieten. Beiratsmitglied Manfred Knappernatus hatte sogar schon einen Titel für die Veranstaltung präsent: „Und plötzlich bist du alt und hast zu wenig Kohle“. Ziel einer solchen Veranstaltung soll es sein, Schermbeckern das Leben im Alter finanziell möglichst belastungsarm zu gestalten. Wie und warum entsteht Altersarmut? Wie kann man Altersarmut vorbeugen? Welche Hilfen gibt es bei Altersarmut? Antworten auf solche und ähnliche Fragen sollen gegeben werden. Dazu sollen kompetente Sachverständige aus den verschiedensten Bereichen bzw. Institutionen eingeladen werden.

Vorschläge zur Gestaltung der Mittelstraße

Als erste Gruppe hat der Seniorenbeirat seine Vorstellungen zur Gestaltung der Mittelstraße zusammengetragen. Die Vorschläge werden zum gegenwärtigen Zeitpunkt seitens der Gemeindeverwaltung „als kontraproduktiv gesehen“. Gemeint sind verschiedene Vorschläge. Der Beirat fordert die Beseitigung des Begegnungsverkehrs in Form einer Einbahnstraßenregelung. Außerdem „zwei weitere Planungsmaßnahmen, und dies unabhängig von einer zukünftigen möglichen Stellungnahme im Zuge städtebaulicher Neuordnungsplanungen für die Mittelstraße.“

Vollsperrung der „Mi“ wurde vorgeschlagen

Vorgeschlagen wurden schriftlich eine Vollsperrung der „Mi“ für Motorräder und eine deutlichere Verkehrslenkung als jetzt. Doch ganz so einig schienen sich die Beiratsmitglieder nicht zu sein. Heinz Tutas und Heiko Kabus sprachen sich während der Sitzung gegen eine Vollsperrung für Motorräder aus. Dass die gegenwärtige Verkehrsbelastung in irgendeiner Form reduziert werden müsse, darüber herrschte Einigkeit. Friedhelm Stoltenberg empfahl den Beiratsmitgliedern, sich mal zu Hauptverkehrszeiten auf die Bänke vor der Volksbank zu setzen. „Da kann keiner das Fenster öffnen“, unterstütze Knappernatus die Eindrücke des Ausschussvorsitzenden und verwies auf die Erfahrungen der Gruppe an ihrem Infostand vor Rossmann.

Seniorenbeirat

Neue Mitglieder

  • Zwei neue Mitglieder gehören seit Montag dem Seniorenbeirat an. Das Ehepaar Dieter und Eveline Nickel wohnt seit zehn Jahren in Schermbeck. Dieter Nickel ist als Nachfolger von Erika Herzog jetzt ständiges stimmberechtigtes Mitglied. Eveline Nickel ist stellvertretendes Mitglied ihres Mannes.
  • Dem Seniorenbeirat gehören 15 Mitglieder an. Dazu zählen auch zwei Vertreter der Kirchen und vier Vertreter der Ratsfraktionen.
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