Auf den Schülerschwund reagieren

Ausschuss

Mit der Zukunft der Schermbecker Schulen und den Auswirkungen der geplanten Gesamtschule in Raesfeld befasst sich der Schermbecker Schulausschuss am Dienstag, 25. August.

Schermbeck

, 12.08.2015, 17:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auf den Schülerschwund reagieren

Auch die vier Gahlener i-Dötze Julian Winter, Katharina Heinzmann, Emily Thurn und Titus Benninghoff (v.l.) werden am Donnerstag ihren ersten Schultag erleben. Die Grundschulen müssen sich in den kommenden Jahren auf weniger Schüler einstellen.

Wie berichtet ist eine Gesamtschule mit Teilstandorten in Borken und Raesfeld geplant. Was Auswirkungen auf die Schermbecker Gesamtschule hat. Denn ein Teil der Raesfelder und Erler Kinder wurde bislang an der Schermbecker Gesamtschule angemeldet – im Schuljahr 2015/2016 sind es insgesamt 56 Schülerinnen und Schüler. Diese Zahl dürfte bei einer Gesamtschule „vor Ort“ deutlich zurückgehen. Auch aufgrund der 2013 gegründeten Gesamtschule Hamminkeln rechnet die Schermbecker Verwaltung mit einem Schülerverlust von sieben bis neun Schülern je Jahrgang gegenüber den Vorjahren.

Begrenzung auf zwei Züge empfohlen

Die Verwaltung schlägt deshalb den Schermbecker Lokalpolitikern vor, in der geforderten Stellungnahme anzuregen, dass Borken und Raesfeld etwa durch Bildung eines Schuleinzugbereiches zumindest keine Schüler von außerhalb des Borkener Kreisgebiets aufnehmen. So soll eine mögliche Abwanderung der Schüler aus Dorsten nach Raesfeld aufgehalten werden. Ein Drittel der Schermbecker Gesamtschüler kommt derzeit aus Dorsten. Außerdem solle der Teilstandort Raesfeld zweizügig ausgebaut und ausgewiesen werden, so die Empfehlung der Verwaltung.

133 Seiten Schulentwicklungsplan

Welche Entwicklungen die Schermbecker Schulen in den kommenden Jahren ansonsten erwartet, ist Thema des Schulentwicklungsplans, der auf 133 Seiten von der Projektgruppe „biregio“ entwickelt wurde. Bis 2020/2021 reicht die Planung, wobei auch ein Blick über das Jahr 2030 hinaus geworfen wird. Deutlich weniger Geburten als Sterbefälle erwarten demnach die Gemeinde. „Wenn es der Gemeinde Schermbeck nicht gelingt, die 10- bis 20-Jährigen vor Ort zu halten (…), wird der Bevölkerungsrückgang noch stärker ausfallen“, so die Autoren Wolf Krämer-Mandeau und Anja Reinermann-Matatko.

Tiefpunkt: 360 Grundschulkinder

Durchschnittliche Grundschul-Jahrgänge werden in den kommenden Jahren nicht mehr 110, sondern 95 Kinder stark sein. 2004/2005 gingen noch 570 Kinder in die Schermbecker Grundschulen, 2015/2016 sind es schon weniger als 400. Der Tiefpunkt werde 2022 bei 360 Kindern erreicht, um sich dann auf Werte von 370 Kindern einzupegeln, so die Prognose. Ein Vorteil dieser Entwicklung: Falls OGS-Plätze deutlich zunehmen sollten, könnten Räumlichkeiten aus dem Bestand akquiriert werden, da die Grundschulen nur noch vier Züge aufnehmen werden.

"Wettbewerb um die Köpfe"

„Ansonsten kommt es angesichts der sinkenden Schülerzahlen zu einem ‚Wettbewerb um die Köpfe‘ , der den sicheren und sinnvollen Bestand von eigenständigen Grundschulen schwierig machen könnte, insbesondere dann, wenn sie sehr schwach zweizügig werden sollten“, so die Autoren. Dies gelte mit Blick auf die Lehrerversorgung, die pädagogische und inhaltliche Differenzierung sowie das Ganztagsangebot.

Gesamtschule bewerben

Als „richtig und zukunftsweisend“ habe sich die Gesamtschule für Schermbeck erwiesen. Trotz des großen Zuspruchs werde sich aber auch sie von einer Fünf- zu einer 4,5-Zügigkeit entwickeln. „Dies bedeutet, dass verstärkt in der eigenen Schülerschaft der Gemeinde Schermbeck, die sich für eine andere Schulform (insbesondere Gymnasium) außerhalb Schermbecks entscheiden, ‚gefischt‘ werden muss und auf die Stärken und Vorteile der hiesigen Schulform hingewiesen werden sollte“, so die Autoren des Schulentwicklungsplans. Langfristig müsse man auch an der Gesamtschule sogar mit einer Vierzügigkeit rechnen.  

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