Ballon auf dem Weg zur Stratosphäre

Projekt der Gesamtschule

Ein ambitioniertes Schulprojekt der Klassen 9c und 9d der Gesamtschule entschwebte am Dienstagmorgen kurz nach 9 Uhr in den blauen Himmel: ein Heliumballon trug eine von Schülern gebaute Sonde in gewaltige Höhen. „Bis zu 35 000 Meter hoch“, so Lehrerin Bianca Sadowski.

Schermbeck

, 28.06.2016, 17:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Spätestens dann, so die Theorie, müsse der Ballon platzen, da der fehlende Luftdruck dafür sorge, dass der Ballon aus Naturkautschuk sich immer mehr ausdehne, sagte die Lehrerin, die mit ihrer Kollegin Stephanie Herbstritt das Projekt monatelang vorangetrieben hatte. So ziemlich alle naturwissenschaftlichen Fächer seien von dem Projekt abgedeckt, so Sadowski. Der 15-jährige Nico Hatkemper hielt derweil den Ballon fest, der mit Heliumgas der Firma Domjahn gefüllt wurde, die das Projekt ebenso wie die Volksbank Schermbeck unterstützte. 4000 Liter Gas wurden in den Ballon (rund zwei Meter Durchmesser) gefüllt unter der Aufsicht des Gefahrstoffbeauftragten Thorsten Ahr. Nico hatte zusammen mit Mathis Balster (14) und Lukas Triptrap (15) zum Teil neben dem Unterricht die Sonde gebaut. Höhen-, Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsmesser sowie ein GPS-Tracker (Peilsender) fanden sich in der Styroporbox, außerdem eine Videokamera, die durchgängig filmte, sowie eine Fotokamera, die alle 30 Sekunden ein Bild schoss.

Wärmekissen eingebaut

Die Programmierung der Technik hatten die Schüler übernommen, sich außerdem Gedanken gemacht, wie man die Technik in maximal 35 Kilometern Höhe am Laufen halten könne. „Wir haben Heat-Packs eingebaut, Wärmekissen aus dem Terrarien-Bereich, die 65 Grad warm werden. In 35 Kilometern Höhe ist es ja -60 Grad kalt. Wir hoffen, dass es dann in der Box warm genug ist, sonst würden die Akkus das nicht mitmachen“, sagte Nico. Auch einen zusätzlichen Akku-Pack hatten die Schüler für die Videokamera eingebaut. Flügel an der Box sollten die Flugbahn stabilisierren. Einfach einen Ballon 35 Kilometer hoch steigen lassen – dafür musste Stephanie Herbstritt zunächst eine Genehmigung der nordrhein-westfälischen Luftfahrtbehörde und der Deutschen Flugsicherung einholen. Auch deren niederländische Kollegen wurden verständigt, weil der Wetterbericht zunächst einen Flug in Richtung Niederlande vorausgesagt hatte.

Fallschirm 

Am Dienstag kam der Wind aus Südwest, sodass der Ballon wohl im Münsterland niedergehen werde. Damit die Sonde das Platzen des Ballons und den folgenden Sturz überleben konnte, hatten die Schüler einen Fallschirm angebracht – in zehn Metern Entfernung zur Sonde. „Falls der Fallschirm in einem Baum hängen bleibt, kommen wir vielleicht doch noch ran“, sagte Sadowski. Fast senkrecht stieg der Ballon in die Luft. Schnell packten die Schüler ihre Smartphones aus und „peilten“ den GPS-Sender an. Mit einem Bus der Schermbecker Firma Tekath, die das Projekt unterstützte, machten sich Lehrerinnen mit 50 Schülern auf „Verfolgungsfahrt“. Wenn es gelingt, die Sonde zu finden, sollen die Daten in der kommenden Woche ausgewertet werden.

Lesen Sie jetzt