Ein Rentner (82) aus Schermbeck ist am Bochumer Landgericht wegen gewerbsmäßiger Bestechung angeklagt. © picture alliance / dpa
Landgericht Bochum

Bestechungs-Anklage: Schermbecker (82) in Schulfoto-Skandal verwickelt

Nach mutmaßlichen Bargeld-Praktiken bei Schulfotoaufträgen droht nun auch einem Rentner (82) aus Schermbeck noch Ärger. Zwei Verantwortliche in dem Bestechungs-Fall sind bereits verurteilt.

Ein Rentner (82) aus Schermbeck ist am Bochumer Landgericht wegen gewerbsmäßiger Bestechung angeklagt. Hintergrund ist seine frühere Vertriebstätigkeit bei einem Fotounternehmen. Ob der Prozess am Donnerstag wie geplant starten kann, ist derzeit noch unklar. Nach einer Mitteilung des Gerichts ist der Angeklagte gesundheitlich angeschlagen.

Die Staatsanwaltschaft Bochum wirft dem Schermbecker vor, von 2013 bis 2017 in 38 Fällen als „Kontakter“ seiner früheren Firma vor allem Schulleiter bestochen zu haben, um Aufträge im Bereich der Schul- und Kindergartenfotografie zu generieren. Der heute 82-Jährige soll dadurch Provisionszahlungen in Höhe von insgesamt 15.889 Euro erlangt haben.

Foto-Chef bereits wegen Bestechung verurteilt

Der Ex-Chef der betroffenen Gelsenkirchener Schulfoto-Firma und dessen Vertriebsleiter sind wegen der umstrittenen Zuwendungs-Praktiken bereits im September 2020 wegen Beamtenbestechung und Steuerhinterziehung zu jeweils zwei Jahren Haft auf Bewährung plus insgesamt 120.000 Euro Geldauflage verurteilt worden.

Beide Angeklagte hatten zugegeben, bis 2018 auch Schulen in Recklinghausen, Datteln und Dorsten für die Erteilung der lukrativen Schulfoto-Aufträge über ihre „Kontakter“ Bargeld, Gutscheine oder Spenden zukommen lassen zu haben.

Für den Prozess sind vier weitere Termine bis zum 7. Oktober anberaumt.