Bistum erlaubt Caritas-Trägerschaft für Kindergarten - doch es gibt neue Probleme

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Das Bistum Münster erlaubt der Caritas, die Trägerschaft für einen geplanten Kindergarten zu übernehmen. Doch eine Mitteilung des Kreises bringt neue Probleme.

Schermbeck

, 19.12.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für das kommende Kindergartenjahr konnten fünf Kinder, die im November noch ohne Kindergartenplatz dastanden, durch Überbelegungen auf die Kindergärten in Schermbeck verteilt werden. Das sagte Bürgermeister Mike Rexforth am Mittwoch im Rat. Doch die Schonfrist für die Gemeinde ist kurz.

Seitens des Bistums Münster, das seinen Organisationen eigentlich keine neuen Trägerschaften für Kindergärten mehr erlaubt, gab es nach einem Ortstermin nun doch die Erlaubnis vom Generalvikar. Eine „Einzelfallentscheidung“, sagt Rexforth.

Neue Probleme

Mit dem Kreisjugendamt hatte die Verwaltung Gespräche geführt, vor allem in Richtung der von Rexforth ins Spiel gebrachten möglichen Nutzung von Gebäuden der ehemaligen Maxi-Kolbe-Schule für einen geplanten Kindergarten. Dabei wurde deutlich, dass dies zu Schwierigkeiten führen könnte.

In einem Schreiben hatte der Kreis mitgeteilt, dass es Empfehlungen der Landesjugendämter gebe, wie neue Kindergärten ausgestaltet sein sollen. Barrierefreiheit ist ein Aspekt: Bei einer Nutzung der Schulgebäude über zwei Etagen müsste dann ein Aufzug eingebaut werden.

Die Räumlichkeiten müssten laut Empfehlung ausreichend Tageslicht erhalten. Kinder sollen aus dem Fenster schauen können, was bodentiefe Fenster bedeuten würde, die so am Standort an der Schienebergstege nicht vorhanden sind. Weitere Notausgänge, energetische Sanierung, Akustikdecken, Fußbodenbeläge, die Lärm reduzieren: All diese Anforderungen würden umfangreiche, kostenintensive Baumaßnahmen auslösen, so Rexforth, der allerdings auch die Möglichkeit sah, einige dieser Bedenken auszuräumen.

Zeitschiene passt nicht

Doch der letzte Absatz des Schreibens vom Kreis macht der bisherigen Planung einen Strich durch die Rechnung: Ab 2021 müsse die Gemeinde eine zusätzliche Einrichtung für drei oder vier Gruppen vorhalten. Dies in der Maxi-Schule hinzubekommen, „sieht man nicht als realistisch an“, so Rexforth.

Zu einem dann also notwendig erscheinenden Neubau innerhalb dieser Zeit sagte Hubert Große-Ruiken (CDU): „Die verlangen etwas Unmögliches.“ Es gebe kein Baurecht, das Grundstück sei noch nicht klar. „Rein faktisch ist das überhaupt gar nicht durchführbar.“ Rexforth hoffte, dass Anträge zum Borgskamp mit hoher Priorität beim Kreis abgearbeitet würden. Das Grobkonzept der Caritas stehe. Doch es müsse auch ein Förderantrag gestellt werden, so Rexforth auf Nachfrage Große-Ruikens. Der sagte, falls das alles in dieser Zeit klappen würde: „Hut ab!“

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