Boden an der Waldaustraße ist mit Zink, Chrom und Kupfer belastet

Grenzwerte überschritten

Seit über 30 Jahren fahren Lkw mit Deponiegütern durch Gahlen und über die Waldaustraße zur Deponie der AGR. Das hat laut einer Fresenius-Messung Folgen für den Boden.

Schermbeck

, 21.01.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Boden an der Waldaustraße ist mit Zink, Chrom und Kupfer belastet

Ulrike Trick, Matthias Rittmann und Dr. Stefan Steinkühler (v.l.) stellten am Montag die Ergebnisse der Analysen dreier Bodenproben entlang der Gahlener Waldaustraße vor. © Helmut Scheffler

Nachdem zudem in bestimmten Flächen der Firma Nottenkämper jahrelang mehr als 30.000 Tonnen zum Teil hochgiftiger Materialien gesetzeswidrig deponiert, hatten das Gahlener Bürgerforum (GBF) und Ulrike Trick von Bündnis 90/Die Grünen eine Arbeitsthese: „Da geht mit Sicherheit beim Transport von Millionen Tonnen auch einiges unterwegs verloren.“

So beschlossen sie 2018, drei spatentiefe Bodenproben entlang der Waldaustraße zu entnehmen. Diese Proben wurden vom Fresenius-Institut in Herten untersucht. Dieses gehört zur SGS-Gruppe, die seit 1920 mit Inspektions-, Überwachungs- und Prüfdiensten auf dem deutschen Markt aktiv ist. 3000 Mitarbeiter arbeiten an 40 Standorten.

Vier Seiten Prüfbericht

Vier Seiten umfasst der jetzt vorgelegte Bericht der SGS-Gruppe. Die Auswertung zahlreicher Parameter erfolgte nach der „Technischen Regel Boden“ der im Jahre 1963 gegründeten Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA), die sich seither bemüht, einen möglichst ländereinheitlichen Vollzug des Abfallrechtes in der Bundesrepublik Deutschland sicherzustellen.

Bei der Untersuchung von Böden unterscheidet die LAGA zwischen fünf Zuordnungskategorien. Die höchste Kategorie Z 2 weist Böden aus, die so stark kontaminiert sind, dass sie selbst bei Beachtung vorab definierter technischer Sicherungsmaßnahmen nur noch in technischen Bauwerken verwendet werden dürfen. Boden der Kategorie Z 1 darf allenfalls für den eingeschränkten offenen Einbau in technischen Bauwerken verwendet werden.

Grenzwerte überschritten

Wertet man die jetzt vorgelegte Analyse nur unter den Kategorien Z 1 und Z 2 aus, dann steht fest, dass in der freien Landschaft am Rande der Gahlener Waldaustraße Böden liegen, die da eigentlich nicht liegen dürften, weil sie die Grenzwerte überschreiten. Beim Zink wird das besonders deutlich. Dessen Probenwerte überschreiten an einer Messstelle sogar den Grenzwert der höchsten Kategorie um 100 mg pro Kilogramm (1600 mg/kg statt 1500 mg/kg). Überschreitungen des Grenzwertes Z 1 wurden beim Chrom (360 statt 180) und beim Kupfer (310 statt 150) nachgewiesen.

Aus den Untersuchungsergebnissen schließen Grüne und Bürgerforum, dass vielleicht an weiteren Stellen übermäßig stark kontaminierte Böden lagern. „Hier entsteht ein täglicher Eintrag“, sagt Ulrike Trick, „wir wollten den zuständigen Behörden nur einen Fingerzeig geben.“

Behörden sollen eigene Kontrollen vornehmen

Die Behörden werden gebeten, nun eigene Kontrollen vorzunehmen und der Öffentlichkeit die Ergebnisse vorzulegen. Mit dem Blick auf die angrenzende Weidenutzung der landwirtschaftlichen Nutzfläche schlägt Matthias Rittmann (GBF) auch Messungen vor, die weiter von der Waldaustraße entfernt vorgenommen werden. „Es muss auch geklärt werden, ob die Ablagerungen am Straßenrande bei der Anfuhr oder bei der Abfuhr der Fahrzeuge entstanden“, bittet Dr. Stefan Steinkühler (GBF) die Behörden um entsprechende Untersuchungen. Er selbst vermutet, dass es eher die abfahrenden Fahrzeuge sind, die sich zuvor auf dem Deponiegelände bewegten.

Nach Auffassung der Grünen und des Bürgerforums sind die Proben nicht nur im Bereich der Böden sinnvoll, sondern auch in den Gräben, in die das von der Waldaustraße abfließende Regenwasser gelangt. Die erbetenen Proben sollen auch dazu beitragen, grob hochzurechnen, wie hoch die Bodenbelastung ausfallen wird, wenn die Verfüllungen der neuen Abgrabungsflächen der Firma Nottenkämper hinzukommen, die so lange auf dem Straßenweg erfolgen werden, bis der beantragte Hafenbau am Wesel-Datteln-Kanal realisiert wurde.

Bürgerforum und Grüne hoffen, dass auch die Gemeinde Schermbeck aktiv wird, da die kontaminierten Böden auf öffentlichen Flächen liegen.

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