Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Bohrschlämme sind "Tagesgeschäft"

Diskussion im Ausschuss

Kritik und Befürchtungen wurden im Planungs- und Umweltausschuss am Mittwoch zu den aus Niedersachsen stammenden Bohrschlämmen geäußert, die in der Sonderabfalldeponie Hünxe/Schermbeck gelagert werden (wir berichteten).

Schermbeck

, 04.05.2016 / Lesedauer: 2 min
Bohrschlämme sind "Tagesgeschäft"

Die Bohrschlämme waren Thema im Schermbecker Ausschuss.

Klaus Roth (BfB) und Egon Stuhldreier (CDU) bemängelten, dass der Deponiebeirat nicht über die Entsorgung der ölhaltigen Bohrschlämme informiert wurde, sondern dies aufgrund der Berichterstattung erfahren habe. „Es kann durchaus sein, dass Sie davon nichts erfahren hätten: Es ist für uns wirklich Tagesgeschäft“, sagte Karl-Heinz Dingerdissen von der Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet, dem Betreiber der Deponie. „Es ist einer der am geringsten belasteten Abfälle, die auf die Deponie gekommen sind.“

Konzept gefordert

Ministerialrat Thomas Buch vom Umweltministerium des Landes sagte, man stehe mit Niedersachsen in Gesprächen. NRW-Umweltminister Johannes Remmel erwarte, dass Niedersachsen ein Konzept erstelle zur standortnahen Entsorgung. Man habe auch die Hoffnung, dass sich geringer belastete Schlämme dort so vorbehandeln ließen, dass sie sich für dortige Deponien eignen könnten. „Wir sind guten Mutes, dass es nicht die 200 000 Tonnen werden, die nach Hünxe gehen, sondern 150 000 Tonnen sind“, so Buch.

Entsorgung

Wie viele Tonnen es am Ende sein werden, konnten auch die AGR-Experten nicht sagen. Hans-Jürgen Ferner: „Es ist eine Bohrschlamm-Deponie, die scheibenweise zurückgebaut wird.“ Je nach Belastung werde entschieden, wohin die Schlämme gebracht werden. Dingerdissen stellte klar, dass die Entsorgung nach Deponieklasse III am teuersten sei. Er erklärte die Sicherungs- und Proben-Entnahme-Systeme, mit denen ein Austritt von Schadstoffen verhindert werde. Stefan Steinkühler (SPD) kritisierte hingegen, dass der Zaun um die Deponie löcherig sei, „wo man als Mensch durchaus reingehen kann“. Eine Schermbecker Bürgerin hakte nach, welche Gefahr von den lipophilen Stoffen ausgehe. Solche „fettliebenden“ Stoffe könnten sich im Körperfett anreichern, erklärte Buch. Nach gesundem Menschenverstand halte er es für ausgeschlossen, dass für Schermbecker oder Hünxer eine Gefahr bestehe, da die Sicherheitsstandards eingehalten und kontrolliert würden. Die Lagerung der Schlämme sei „ein absolut legaler Vorgang. Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht nicht.“