Corona an Gesamtschule: Kreis stellt falsche Klasse unter Quarantäne

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Weitere Corona-Infektionen sind in der Schülerschaft der Gesamtschule festgestellt worden. Für 40 Kinder ist vom Kreis Quarantäne angeordnet worden - zunächst aber für eine falsche Klasse

Schermbeck

, 06.10.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Schüler sowie eine Schülerin der Gesamtschule Schermbeck sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Schulleiter Norbert Hohmann wurde darüber am Samstagabend (3. Oktober) informiert. Die Schüler hatten die Klassen 6e zuletzt am Dienstag (22. September) und 9a zuletzt am 29. September besucht.

Seitens des Gesundheitsamts wurde als Ergebnis der Kontaktnachverfolgung angeordnet, dass 21 Schüler aus dem Jahrgang 9 beziehungsweise 19 Schüler (Jahrgang 6) in Quarantäne müssen: insgesamt 40 Kinder. „Auch Schüler der Parallelklassen sind betroffen“, so Hohmann - das liege am Kurssystem, in dem die Klassen durchmischt werden. Eine weitere Infektionsgefährdung für andere Schüler und Lehrer sei unwahrscheinlich.

Sechstklässler dürfen am Donnerstag in die Schule

Die Allgemeinverfügung, die der Kreis Wesel im Amtsblatt am 6. Oktober veröffentlichte, gilt für alle Kinder, die sich im Zeitraum vom 21. September bis zum 3. Oktober in der Klasse 9a der Gesamtschule aufgehalten haben, bis einschließlich Dienstag (13. Oktober). Die Verfügung für die Klasse 6e gilt für alle Kinder, die sich im selben Zeitraum in der Klasse aufgehalten haben, bis einschließlich 7. Oktober. Am Donnerstag können sie also wieder zur Schule kommen.

Alle betroffenen Eltern wurden am Sonntag (4. Oktober) durch die Schule informiert. „Wenn Sie keinen Anruf erhalten haben, ist Ihr Kind nicht betroffen“, so Hohmann in einer Mitteilung an die Eltern auf der Homepage der Schule. Offiziell wurden die Eltern auch durch das Gesundheitsamt kontaktiert. Obwohl das Gesundheitsamt des Kreises am Wochenende mit vielen neuen Infektionsfällen konfrontiert war, lobt Hohmann die Zusammenarbeit: „Wesel kümmert sich perfekt.“

Nicht nur Schermbecker, sondern auch Dorstener und Raesfelder Kinder seien von der Quarantäne-Anordnung betroffen, so Hohmann. Die fehlenden Schülerinnen und Schüler werden online über die Unterrichtsinhalte informiert. Versäumte Klassenarbeiten sollen nach den Herbstferien zu einem rechtzeitig bekanntgegebenen Termin nachgeschrieben werden.

Falsche Klasse unter Quarantäne gestellt

Für etwas Verwirrung sorgte der Kreis Wesel. In einer der beiden Allgemeinverfügungen zur Schermbecker Gesamtschule, die am Montag im Amtsblatt online veröffentlicht wurden, war die Rede von der Klasse 9e der Gesamtschule Schermbeck. Faktisch hatte der Kreis damit eine falsche Klasse unter Quarantäne gestellt. Ein Versehen, wie Kreissprecherin Eva Richard bestätigt. Diese Verfügung wurde nach Bekanntwerden des Fehlers am Dienstagmorgen aufgehoben und durch eine korrekte Version für die Klasse 9a ersetzt. „In der Praxis hatte das keine Auswirkungen“, so Norbert Hohmann, da die Eltern der betroffenen Klasse 9e das Amtsblatt nicht gelesen hätten.

Der Schulleiter weist auf der Homepage der Schule auch auf die vom Schulministerium veröffentlichten Regeln bezüglich Urlaubsreisen in den Herbstferien hin. Für Rückkehrer aus Risikogebieten, deren Zahl zuletzt deutlich stieg, gibt es die Quarantäne-Pflicht, bis ein negatives Test-Ergebnis vorgelegt werden kann. Lehrern, die wegen einer Quarantäne-Pflicht nicht rechtzeitig ihren Schuldienst aufnehmen können, drohten dienst- und arbeitsrechtliche Konsequenzen sowie der Verlust der Bezüge, so Ludger Schrapper vom Schulministerium unmissverständlich.

Bei Schülern läge hingegen keine Schulpflichtverletzung vor, wenn sie Unterricht aufgrund von Quarantänebestimmungen verpassen. Hohmann sagt allerdings auch, dass man Eltern und Schülern nur von Reisen in Risikogebiete abraten könne.

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