Corona-Fall an der Gesamtschule: „Es gab sorgenvolle Fragen“

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Nach Bekanntwerden des ersten Corona-Falls an der Gesamtschule Schermbeck habe es sorgenvolle Fragen seitens der Eltern gegeben, sagt Schulleiter Norbert Hohmann. Wie es jetzt weitergeht.

Schermbeck

, 26.08.2020, 11:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor der ersten großen Pause hatte Schulleiter Norbert Hohmann am Dienstag den Anruf aus einer Arztpraxis erhalten: Er solle ein Mitglied des Lehrerkollegiums sofort aus dem Unterricht holen. „Da war mir schon klar, dass es eigentlich nur das sein konnte“, sagt Hohmann.

Ein Sprecher des Kreises Wesel teilte am Mittwoch mit, dass die Lehrkraft männlich ist und im Kreis Recklinghausen lebt. Name und Wohnort des Lehrers werden nicht veröffentlicht. Es gelte der Persönlichkeitsschutz, so Hohmann zur Begründung. Der Lehrer sei am Montag bei einer der 14-täglichen Corona-Routine-Tests beim Hausarzt gewesen. Hohmann: „Super, dass das Testergebnis schon einen Tag später da ist.“ Die Lehrkraft habe keine Symptome einer Infektion gezeigt.

Hygienekonzept „super genau eingehalten“

Nach dem Telefonat mit dem Hausarzt wurde mit dem Amtsarzt detailliert besprochen, welche Kontakte der Lehrer in der Schule mit Schülern hatte, welches Hygienekonzept in der Schule wie befolgt wird, welche Kontakte im Lehrerzimmer bestanden. „Da gibt es für beide Bereiche klare Regeln“, sagt Hohmann und diese seien vom Betroffenen „auch super genau eingehalten worden“.

Deshalb habe der Amtsarzt entschieden, dass nur die Lehrkraft für 14 Tage in Quarantäne gehen muss. „Vor dem Ende wird ein Test durchgeführt, bevor die Quarantäne wieder aufgehoben wird“, so Hohmann.

Der Amtsarzt habe aufgrund der Informationen keine medizinische Notwendigkeit gesehen für weitere Tests an der Schule. Hohmann unterrichtete die Eltern der Kinder, die Kontakt zu dem Lehrer hatten, persönlich. „Natürlich gab es sorgenvolle Fragen, warum die Kinder nicht getestet würden.“ Der Amtsarzt habe aber versichert, dass eine Infektionsgefährdung sehr unwahrscheinlich sei.

„Sehr fürsorglich, sehr zugewandt“

Hohmann lobt die Gespräche mit dem Amtsarzt, der nachmittags noch einmal angerufen habe. „Das war sehr fürsorglich, sehr zugewandt. Wirklich eine konstruktive, angenehme Zusammenarbeit.“

Über die Homepage der Schule informierte Hohmann am Dienstagabend über den Stand der Dinge. Auch die Fragen und Sorgen der Eltern und Schüler, die keinen Kontakt zum Lehrer hatten, „nehmen wir alle ernst und kümmern uns“, verspricht Hohmann. „Damit gehen wir völlig offen um.“

Im Lehrerkollegium sei der Fall natürlich ein Thema gewesen, sagt Hohmann. „Logischerweise gab es auch dort Sorgen.“ Das Kollegium nutze generell die Möglichkeiten zum freiwilligen Test. Ansonsten, so Hohmann, „läuft der Betrieb normal weiter“.

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