Coronavirus: Blumen gibt´s jetzt im Drive-in

rnGartencenter Grebe

Blumen dürfen nicht mehr auf Wochenmärkten verkauft werden. „Dadurch fallen bei uns 90 Prozent der Einnahmen weg“, sagt Sandra Grebe. Ihr Gartencenter ist nun ein „Drive-in“.

Schermbeck

, 23.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Gartencenter Grebe, das Sandra Grebe und ihr Mann Thomas an der Bestener Straße 255 betreiben, ist in der letzten Zeit eigentlich genug gebeutelt gewesen. Etwa durch die Großbaustelle an der Bestener Straße, die für eine schlechte Erreichbarkeit sorgte.

Kaum war die Vollsperrung aufgehoben, sind jetzt für das Gartencenter die Wochenmärkte in Dorsten, Oberhausen, Dinslaken und einigen anderen Städten erst einmal tabu. Und gleichzeitig sind das Kühl- und Gewächshaus voller frischer Ware. „Da ist vieles zusammengekommen in den letzten Monaten - eigentlich sogar in den letzten zwei Jahren“, sagt Sandra Grebe.

„Wir wollen nicht nur jammern“, sagt Grebe, aber dass die Situation jetzt ans Eingemachte geht, verschweigt sie auch nicht. „Jetzt fängt die Zeit an, wo wir 80 Prozent vom Jahresumsatz bis Ende Mai machen müssen. Wenn wir das nicht schaffen, können wir das das ganze Jahr nicht wieder aufholen. Da ist uns dann auch mit einem Überbrückungskredit nicht geholfen.“ Sandra Grebe sagt ehrlich: „Das ist für uns heftig!“

Lieferdienst

Das Gartencenter bot bereits schon vor Ausbruch der Krise einen Lieferdienst an, „aber wir wollen unsere Mitarbeiter nicht dem Virus aussetzen“, sagt Grebe. Notgedrungen wurde das Team freigestellt. „Mein Mann und ich halten die Stellung“, so Grebe. Den Lieferdienst übernehmen Thomas und Sandra Grebe jetzt selbst und beliefern Kunden in Dorsten, Schermbeck und Kirchhellen. „In Gahlen haben das jetzt gerade noch einige ältere Leute in Anspruch genommen - da ist mein Mann dann am frühen Abend rumgefahren.

Seit dem Wochenende bietet das Gartencenter einen „Drive-in“ an. „Das ist am Wochenende schon gut angenommen worden“, sagt Sandra Grebe. „Keiner muss hier einen Einkaufswagen anfassen.“ Die Leute können vorfahren, etwas aussuchen, ohne in Schlangen oder Gedränge zu stehen, und bekommen die Ware in den Kofferraum gestellt. Mit Handschuhen und Desinfektion beugen die Grebes einer möglichen Infizierung vor.

Abgelegene Lage als Vorteil

„Vielleicht erweist sich unsere abgelegene Lage ja jetzt mal als Vorteil“, sagt Sandra Grebe mit einer Portion Galgenhumor. Aber auch, dass es ihr und ihrem Mann wichtig sei, den Kunden ein Lächeln in dieser Zeit mitzugeben.

Den Drive-in haben die Grebes nicht mehr nur montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 14 Uhr geöffnet, sondern nun auch sonntags von 11 bis 16 Uhr. Telefonisch sind sie erreichbar unter Tel. Tel. (02362) 793981 oder per E-Mail unter info@pflanzencenter-grebe.de .

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