Coronavirus: Krise erfasst auch Schermbecker Betriebe

rnCoronavirus

Die Coronavirus-Krise erfasst auch die Schermbecker Betriebe. Bürgermeister Mike Rexforth erklärt, wie die Gemeinde mit ihrer Wirtschaftsförderung gegensteuern will.

Schermbeck

, 01.04.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sabrina Greiwe und Gerd Abelt aus der Wirtschaftsförderung haben in der vergangenen Woche alle Schermbecker Unternehmen, von denen die E-Mail-Adressen vorlagen, über die Soforthilfen von Bund und Land informiert. Alle anderen werden postalisch benachrichtigt.

Es hätten sich schon Unternehmer im Rathaus gemeldet, die Stundungs- und Erlass-Anträge für Steuern stellen wollen, sagt Bürgermeister Mike Rexforth. „Die Kollegen im Steueramt beraten, wenn man nicht weiß, wie man damit umgehen muss.“

Die wirtschaftliche Situation mit allen Unsicherheiten in Zeiten des Coronavirus‘ sei „definitiv besorgniserregend“, sagt Rexforth. Er bekomme „schonungslos mitgeteilt, wenn Unternehmen für sich einschätzen, dass sie nicht länger als ein bis zwei Monate den Shutdown wirtschaftlich kompensieren können“. Die Situation sei „schon dramatisch“. Einige Betriebe mit hohem Personalstand hätten Kurzarbeitergeld beantragt.

Gastrobetriebe durch Coronavirus unter Druck

Gastrobetriebe, darunter viele Familienbetriebe, stünden besonders unter Druck, so Rexforth: Hochzeiten und Gesellschaften würden abgesagt, „jetzt bei dem schönen Wetter sind Fahrradfahrer unterwegs, ohne dass die Betriebe etwas davon haben“. Gleichzeitig stünden Banken vor schwierigen Entscheidungen im Zusammenhang mit Krediten, da die Perspektiven schwer zu beurteilen seien. Bei einer Telefonkonferenz mit den Bürgermeistern im Kreis Wesel sei deutlich geworden, „wie viele Unternehmen möglicherweise vor einer Nicht-Wiedereröffnung stehen.“

Gleichzeitig warnt Rexforth vor einer Haltung, dass es jetzt mit der Kontaktsperre „doch mal wieder gut sein kann“. „Vorsichtig erfreut“ sei er, dass die Entwicklung der Sterblichkeitsrate nicht wie in anderen Ländern sei. „Ohne die Maßnahmen hätte uns das auch ereilt“. Er sage allen: „Ihr müsst bis zum 19. April durchhalten. Dann wird die Situation neu bewertet.“

Wie kann die Wirtschaftsförderung helfen? Zum einen wolle man „Schermbeck Deals“, das virtuelle Schaufenster für Betriebe, „in die Köpfe bringen“, so Rexforth. „Jetzt müsste jeder stationäre Händler sehen, dass er sich ein zweites Standbein aufbauen müsste.“

Solidarität mit Gutschein-Kauf beweisen

Zum anderen wolle man für den Geschenkgutschein Schermbeck werben, so Rexforth. „Wir wollen Leute motivieren, jetzt Geld auszugeben für Gutscheine, die nachher Schermbecker Unternehmen zugute kommen.“ In Sozialen Medien lese man viel darüber, dass Leute lokalen Handel und lokale Betriebe unterstützen wollten: „Nicht nur darüber reden, sondern jetzt Solidarität zeigen!“, empfiehlt Rexforth. Gutscheine seien in den Banken erhältlich und könnten bei der Gemeinde bestellt werden. „Wir werden sie dann verteilen oder verschicken.“

Lesen Sie jetzt