Damit die Adventszeit nicht in einer Katastrophe endet

Feuerwehr-Tipps

Brennende Kerzen gehören zur Weihnachtsstimmung wie Zimt und Glühwein. Ein kleiner Funke reicht aber oft, um in Sekundenschnelle einen Adventskranz in Brand zu setzen, warnt die Feuerwehr.

Schermbeck, Dorsten

29.11.2018, 10:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Damit die Adventszeit nicht in einer Katastrophe endet

Damit während der kommenden Adventszeit alles rund läuft, geben Ellen Großblotekamp (Feuerwehr Schermbeck) und Markus Terwellen (Feuerwehr Dorsten) wichtige Tipps. © Feuerwehr

Die Sprecherin der Feuerwehr Schermbeck, Ellen Großblotekamp, und der Sprecher der Dorstener Wehr, Markus Terwellen, warnen vor leichtsinnigem Umgang: Jedes Jahr ereignen sich etwa 200.000 Brände in Deutschland. In der Weihnachtszeit steigt die Zahl erheblich an – meistens wegen Kerzen, die unbeaufsichtigt brennen. Die Zahl der Brandverletzungen, insbesondere bei kleineren Kindern, steige sprunghaft an, so die Sprecher, und das auch leider mit Todesfolge.

Kinder nie allein mit Kerzen in einem Raum lassen

Markus Terwellen: „Lassen Sie niemals Kinder allein mit Kerzen in einem Raum, auch nicht für kurze Zeit. Lassen Sie keine Kerzen brennen, wenn Sie kurz das Haus verlassen. Bewahren Sie Feuerzeuge und Zündhölzer außerhalb der Reichweite von Kindern auf!“ Ein Eimer Wasser oder ein Feuerlöscher in der Nähe des Weihnachtsbaums seien sinnvoll. „Brennende Kerzen sollten immer einen festen Stand haben und von brennbaren Materialien ferngehalten werden.“ Lichterketten seien eine sichere Alternative zu echten Kerzen – achten solle auf das VDE-Symbol (Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik e. V.).

Bei einem Brand sofort die 112 wählen

Kommt es trotzdem zum Brand, solle man sofort die 112 wählen. „Man darf sich niemals in Gefahr begeben und sollte sich und alle anderen Personen schnellstmöglich in Sicherheit bringen, die Wohnung verlassen und sich ins Freie begeben. Nach Möglichkeit sollte die Tür zum Brandraum geschlossen werden“, sagt Großblotekamp.

Rauchmelder seien trotz gesetzlicher Pflicht in Wohnräumen noch nicht flächendeckend in jedem Haushalt vorhanden: etwa 400 Menschen, die Hälfte davon sind Kinder, sterben in Folgen von Bränden jährlich in Deutschland, meist in Privatgebäuden. Etwa 6000 Menschen werden schwer verletzt. Todesursache sind meistens nicht das Feuer, sondern Kohlenmonoxid und -dioxid, die beim Brand entstehen.

70 Prozent aller Brandopfer kommen nachts ums Leben

Nur ein Drittel aller Brände brechen nachts aus, aber 70 Prozent aller Brandopfer kommen nachts ums Leben. Dann schläft nämlich auch der Geruchssinn. Bereits ein Atemzug mit Rauchgasen kann zur Bewusstlosigkeit, weitere können zum Tod führen. Wenn der Rauchmelder bereits bei kleinsten Mengen von Rauchgasen piepst, kann man noch reagieren.

Ein bisschen Eigennutz steckt hinter den Hinweisen. Denn auch die Feuerwehrleute verbrächten die Adventszeit und Feiertage lieber am eigenen Weihnachtsbaum, als woanders verbringen. „Selbstverständlich sind wir aber im Fall der Fälle stets zur Stelle“, so Ellen Großblotekamp und Markus Terwellen

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