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Darum stockt der Zeitplan beim Neu- und Umbau am Marienheim der Caritas in Schermbeck

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Den Bau altengerechter Wohnungen plant die Caritas am Schermbecker Marienheim. Doch das Projekt verzögert sich. Hugo Baumeister (81) sagt: „Wir können nicht noch zehn Jahre warten.“

Schermbeck

, 14.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Im Januar 2017 lasen Hugo und Dorothea Baumeister, die in einem Haus am Raiffeisenweg wohnen, in der Dorstener Zeitung von den Plänen des Caritasverbands Marl, für 17 Millionen Euro das Marienheim hinsichtlich der gesetzlich vorgegebenen Einzelzimmerquote umzubauen und 44 Mietwohnungen für Senioren in zwei Baukörpern zu errichten, wo ältere Bewohner möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen können sollten.

„Wir wollen Ende 2017, Anfang 2018 beginnen. 2021 soll alles fertig sein“, hatte Markus Bothe, Geschäftsführer der Caritas-Betriebsführungs- und Trägergesellschaft Marl und Vorstandsvorsitzender des Caritasverbands Marl, damals gesagt.

Darum stockt der Zeitplan beim Neu- und Umbau am Marienheim der Caritas in Schermbeck

Dorothea und Hugo Baumeister sowie Angelika und Hermann Vogt (v.l.) würden gerne in eine der geplanten altengerechten Wohnungen am Marienheim ziehen. Aber dafür liegt noch keine Baugenehmigung vor. © Berthold Fehmer

Hugo und Dorothea Baumeister hatten Anfang 2017 direkt bei der Caritas angerufen und bekamen bestätigt, dass sie in die Liste der Interessenten eingetragen würden. Hugo Baumeister, der regelmäßig Klassentreffen organisiert, erfuhr, dass auch andere ehemalige Mitschüler Interesse zeigten. „Die Hälfte hat sich da angemeldet. Die sind alle über 80. Es ist doch klar, dass die auch planen wollen.“ Auch Angelika (69) und Hermann Vogt (71) sind unter den Interessenten - Angelika Vogt hatte zuvor 38 Jahre im Weseler Krankenhaus der Caritas gearbeitet.

Baustart im Frühling?

Anfang 2019 bekamen die Baumeisters mit, dass die Caritas Rodungsarbeiten zur Vorbereitung auf die Baumaßnahmen am Marienheim vornahm. Dorothea Baumeister rief wieder beim Caritasverband Marl an und erhielt eine Antwort, dass beabsichtigt sei, im Frühling mit den Baumaßnahmen zu beginnen.

Das kann Caritas-Chef Markus Bothe nicht bestätigen. Nicht, dass die Caritas nicht gerne beginnen würde - aber es fehlt noch die Baugenehmigung des Kreises Wesel. „Erst dann können wir tätig werden.“ Einen Zeitplan kann Bothe deshalb jetzt nicht präsentieren: „Das wäre Spekulation.“ Sobald die Baugenehmigung ausgestellt werde, will er zeitnah die Öffentlichkeit informieren. Aber derzeit befänden sich die Pläne noch in der Abstimmung.

Immenser Aufwand

Gibt es kritische Punkte oder gar einen Dissens zwischen Genehmigungsbehörde, Caritas und Architekten? Nein, sagt Bothe. Ein Pflegeheim im Bestand umzubauen, bedeute einfach einen immensen Aufwand und ein umfangreiches Prüfverfahren. Im Gegenteil: Es gebe ein gutes Einvernehmen, betont Bothe.

Wie wird es weitergehen, wenn die Baugenehmigung vorliegt? Dann werde die Ausschreibung vorgenommen, so Bothe. Anders als bei einer Gemeinde, die bei solch einem Millionenprojekt europaweit ausschreiben müsse, sei die Caritas dazu nicht verpflichtet. Man wolle mit regionalen Firmen zusammenarbeiten, sagt Bothe, das halte man bei allen Vorhaben so.

Hängepartie geht weiter

Für die Ehepaare Baumeister und Vogt geht die Hängepartie damit erst einmal weiter. „Aufgrund unseres zunehmenden Alters können wir nicht noch zehn Jahre warten“, sagt Hugo Baumeister. Beide Ehepaare haben ihre Häuser bereits auf einen möglichen Verkaufswert schätzen lassen und wünschen sich nun am allermeisten Planungssicherheit.

„Wir wollen unsere Häuser verkaufen, wir wissen aber nicht, wie lange das jetzt dauert“, sagt Angelika Vogt, während Hermann Vogt zuerst gerne wüsste, „ob man wirklich dabei ist“. Die Unsicherheit, die Fragen, ob man sich nicht eigentlich noch nach Alternativen umschauen müsste oder ob man Umzug und Verkauf überhaupt noch selbstbestimmt regeln kann, nagt an den Paaren. Hugo Baumeister wünscht sich nur eines von der Caritas: „Dass die uns mal eine Nachricht gibt.“

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