Delfine sollen Mariko helfen

Seltener Gendefekt

„Da weiß die rechte Hand nicht, was die linke tut.“ Auf Mariko Gramadtke (7) aus Schermbeck trifft dieser Spruch nicht zu. Im Gegenteil. Was seine linke Hand tut, macht auch die rechte. Ebenso die Beine – laufen kann er deshalb nicht. Körperspiegelung nennt man, woran Mariko aufgrund seines seltenen Gendefekts leidet. Seine Eltern hoffen, dass ihm eine Delfin-Therapie helfen kann.

Schermbeck

, 17.06.2016, 17:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mariko kniet auf dem Wohnzimmerteppich. Sein Lieblingsspielzeug, ein Plastik-Käfer, legt er vor sich, lässt sich nach vorne auf die Hände fallen, zieht die Beine nach und schiebt den Käfer mit den Knien vor sich her. So bewegt sich Mariko, so kann er sein Spielzeug mitnehmen. „Es war eine lange Arbeit“, sagt seine Mutter Bettina Gramadtke über die vielen, vielen Therapiestunden und Übungen, die Mariko mobil machten. Er kann mittlerweile auch seinen linken Daumen in den Mund stecken, die andere Hand hält das Handgelenk. „Das ist das einzige, was bei ihm nicht synchron ist“, sagt Vater David Gramadtke.

"Man gewöhnt sich daran"

Nur zehn Kinder weltweit leiden an Marikos Gendefekt. Seine ganze Krankengeschichte von Geburt an zu erzählen, würde den Artikel sprengen: Gaumenspalte, Atemaussetzer, Krämpfe, Epilepsie, Ohrenoperation – was die Gramadtkes durchgemacht haben müssen, lässt sich kaum in Worte fassen. Über Jahre habe Mariko nur drei Stunden pro Tag geschlafen, sagt seine Mutter: „Man gewöhnt sich daran.“

Freude an Schmerzen

Marikos Eltern förderten ihren Sohn, so gut sie konnten. Holten sich jede Hilfe, die sie bekommen konnten. Mariko kann nicht sprechen, selbst seine Eltern wissen manchmal nicht, was er will. Mariko kann nicht kauen – sein Essen muss püriert sein. Eine Wahrnehmungsstörung bewirkt, dass er ein Streicheln nicht spürt, sich aber freut, wenn er Schmerzen hat. Im Knien lässt er sich oft nach hinten fallen und schlägt zum Teil hart mit dem Kopf auf. „Wir versuchen, ihm klarzumachen, dass das etwas Schlechtes ist“, sagt sein Vater.

Delfine

Mariko kuschelt aber auch gern, lächelt viel und ist „der Star im Kindergarten“, sagt seine Mutter. Familienhund „Cash“, ein Border Collie, hat Mariko sein Leben lang begleitet, „half“ Mariko beim Bewegungstraining, meldete bei Papa und Mama, wenn Marikos Windel voll war oder sogar schon, bevor Mariko einen Krampf bekam. Auch weil Mariko gut auf Tiere reagiert, empfahl ein Siegener Arzt eine Delfin-Therapie. Doch die kostet rund 15 000 Euro. Die Gramadtkes hoffen, dass ihnen Spender helfen, damit die Therapie im nächsten Jahr gemacht werden kann. „Es gibt natürlich keine Garantie“, sagt David Gramadtke, aber Mariko liebe Wasser und Tiere. „Was fehlt, zahlen wir aus eigener Tasche.“      

Spenden werden erbeten auf das Konto des Caritasverbandes Wesel, IBAN: DE 20 3565 0000 0000 1611 25. Wichtig ist der Verwendungszweck: „Delphintherapie für Mariko Gramadtke“, da die Spende sonst nicht zugeordnet werden kann. Wer eine Spendenquittung benötigt (ab 50 Euro), schreibt an Delphintherapie-Mariko@hotmail.com. Mehr Infos unter www.leetchi.com/c/soziales-von-mariko-kilian-gramadtke

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