Deutliche Kritik aus Dorsten

Schulentwicklungsplanung

Deutliche Kritik äußert der Erste Beigeordnete der Stadt Dorsten, Lars Ehm, an Teilen des Schermbecker Schulentwicklungsplan-Entwurfs, über den der Schermbecker Schulausschuss am Donnerstag, 1. Oktober, berät.

Schermbeck

, 28.09.2015, 17:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schermbecker und Dorstener Schullandschaften seien beide von sinkenden Schülerzahlen betroffen, so Ehm in seiner Stellungnahme. Traditionell pendelten Schüler zwischen den Orten. „Nicht einverstanden wäre ich, wenn die Gemeinde Schermbeck die Zukunft ihrer Gesamtschule dadurch absichert, dass sie zu Lasten der Stadt Dorsten in ihrer Schulentwicklungsplanung darauf abstellt, die Schülerströme einseitig zu ihren Gunsten zu beeinflussen.“

„Nicht akzeptabel“

„Nicht akzeptabel“ nennt Ehm, wenn der Schulentwicklungsplan-Entwurf „recht unverhohlen das Signal abgibt, gerade die Qualität der aufnahmebegehrenden Schülerinnen und Schüler in den Vordergrund zu stellen“. Nur so könne die Sekundarstufe II genügend Schüler für die erforderlichen Differenzierungen der Oberstufe akquirieren, hieß es im Entwurf der Projektgruppe „biregio“. Diese hatte zudem, wie berichtet, eine „Exzellenzsoffensive“ angeregt, um Auspendlerzahlen zu Dorstener Gymnasien zu senken und Einpendlerzahlen zu erhöhen.

Ehms Fazit: „Im Ergebnis halte ich es nicht für akzeptabel, wenn Sie die Größe und Zügigkeit Ihrer Gesamtschule auch dadurch sichern wollen, dass über den Bedarf der originär Schermbecker Schülerinnen und Schüler hinausgehend verstärkt gerade leistungsfähige Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden sollen.“ Angesprochen auf die Vorwürfe sagt Berthold Schmeing von der Schermbecker Verwaltung: „Wir nehmen das zur Kenntnis.“ Er erinnert daran, dass die Gesamtschule auch aufgrund der Nachfrage aus Dorsten fünfzügig ausgebaut wurde, was nicht nur hohe Investitionen, sondern auch laufende Kosten verursacht habe. Natürlich wolle man als Schulträger die Gesamtschule schützen. „Das heißt aber noch lange nicht, das Berthold Schmeing nach Dorsten geht, dort die Kinder einsammelt und in die Gesamtschule bringt“, so Schmeing. Entscheidend für die Schulwahl sei der Elternwille.

"Darf sich nicht die Rosinen rauspicken"

Außerdem gebe es schulgesetzliche Regelungen. Dass etwa Norbert Hohmann als Leiter der Gesamtschule nur noch Einser-Kandidaten aus Dorsten aufnehme, „ist verboten“, so Schmeing: „Er darf sich nicht die Rosinen rauspicken.“ Stattdessen müsse die Gesamtschule „einen Querschnitt“ aufnehmen. Mit Exzellenzoffensive sei gemeint, dass sich die Schermbecker Schulleitung selbst hinterfrage, so Schmeing. „Können wir noch besser werden, als wir sind?“ Viel Luft nach oben sieht er allerdings nicht. 

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