Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen

Typisierungsaktion

In der Mensa der Gesamtschule Schermbeck findet am Samstag (3. Dezember) von 9 bis 14 Uhr eine Typisierungsaktion für einen an Leukämie erkrankten Schermbecker Arzt statt. Er braucht dringend einen Stammzellspender. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) beantworten wir vorab die wichtigsten Fragen.

SCHERMBECK

, 30.11.2016, 17:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen

So wie Christina Kleppe ließen sich im November des vergangenen Jahres viele Dorstener für die an Leukämie erkrankte Katrin typisieren.

Wer kommt als Spender in Frage, wer nicht? Jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 55 Jahren, der mindestens 50 Kilogramm wiegt, kann spenden. Ausschlussgründe sind beispielsweise schwere Erkrankungen des Herzens oder der Lunge, Diabetes, Krebserkrankungen, Hepatitis B, C oder D. Für Detailfragen steht am Aktionstag ein DKMS-Betreuer zur Verfügung.

Wie läuft die Registrierung am Aktionstag ab? Nachdem eine Einverständniserklärung ausgefüllt wurde, werden dem Spender fünf Milliliter Blut aus der Armvene entnommen. Für den Spender ist das eine Sache von fünf bis zehn Minuten und ein kleiner Pieks. Für den Patienten kann es neues Leben bedeuten.

Wonach wird die Blutprobe untersucht? Das Blut wird im Labor nicht auf die Blutgruppe, sondern auf seine Gewebemerkmale, sogenannte HLA-Merkmale, untersucht. Die Typisierungsergebnisse des Blutes werden anonymisiert an das Zentrale Knochenmarkspender Register (ZKRD) in Ulm weitergeleitet, wo sie für Patientenanfragen aus dem In- und Ausland zur Verfügung stehen.

Wann kommt man als Stammzellspender in Frage? Die weitgehende Übereinstimmung der Gewebemerkmale von Patient und Spender ist die Grundvoraussetzung für eine Stammzelltransplantation. Anders als bei den verschiedenen Blutgruppen ist die Übereinstimmung der Gewebemerkmale zweier Menschen allerdings äußerst selten. Deshalb ist es sehr wichtig, dass so viele Menschen wie möglich als Stammzellspender registriert sind.

Wie groß ist die Chance, einen passenden Spender zu finden? Aufgrund der vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten der Gewebemerkmale liegt die Wahrscheinlichkeit in der Regel zwischen 1:20 000 und 1 zu mehreren Millionen. Gesucht wird demnach sprichwörtlich nach der „Nadel im Heuhaufen“.

Gesetzt den Fall, die HLA-Merkmale eines Spenders stimmen überein: Was geschieht danach?

Stimmen die ersten vier Gewebemerkmale mit denen eines Patienten überein, werden im zweiten Untersuchungsschritt die letzten zwei Gewebemerkmale typisiert. Sind auch diese Merkmale stimmig, kommt es zu einer Bestätigungstypisierung. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, an dem sich der potenzielle Spender endgültig entscheiden muss, ob er für den Patienten zur Verfügung stehen will. Wenn er „Ja“ sagt, wird bei ihm ein gründlicher Gesundheits-Check-up durchgeführt. Die bloße Registrierung in die DKMS beinhaltet zunächst nicht die bindende Verpflichtung zu einer tatsächlichen Stammzellspende. Möglicherweise kommt es erst nach Jahren zu einer Anfrage nach Stammzellspende und in dieser Zeit können im Leben eines Spenders Umstände eingetreten sein, die eine Stammzellspende unmöglich machen.

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