Ein Sechsjahresplan für Schermbeck

Handlungskonzept

Rund 2,5 Millionen Euro soll die Umsetzung des Spiel- und Bewegungsraumkonzepts in Schermbeck laut Schätzung kosten. Nun wird das Konzept in einen noch größeren Rahmen eingebettet.

SCHERMBECK

, 08.04.2015, 17:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Ortskern wird zur Spiel- und Bewegungsfläche, wenn das Integrierte Handlungskonzept umgesetzt wird.

Der Ortskern wird zur Spiel- und Bewegungsfläche, wenn das Integrierte Handlungskonzept umgesetzt wird.

Ein 49-seitiges „Integriertes Handlungskonzept für die Gemeinde Schermbeck“ definiert die Zukunftsperspektiven und Handlungsspielräumen für den Ortskern. Wie bereits berichtet sind der Gemeinde bei Gesprächen mit dem Landesbauministerium bis zu 70 Prozent Förderung in Aussicht gestellt worden. Doch dazu muss der Rat, wie Bürgermeister Mike Rexforth es formulierte, in der Sitzung am 14. April erst den „städtebaulichen Rahmen“ schaffen. Heißt: Der Ortskern wird zum Stadtumbaugebiet erklärt. Um bereits 2015 Zuwendungen aus dem Städtebauförderprogramm erhalten zu können, hat die Gemeinde am 31. März einen Förderantrag bei der Bezirksregierung Düsseldorf eingereicht – vorbehaltlich der Zustimmung des Rats. Würden tatsächlich 70 Prozent der in einer Kostenschätzung ermittelten 2,5 Millionen Euro gefördert, läge der Eigenanteil der Gemeinde bei rund 750 000 Euro. Bei einer Umsetzung im Zeitraum von sechs Jahren würde dies eine jährliche Belastung in Höhe von 125 000 Euro für den Gemeindeetat bedeuten.

Ortskern wird zum Spielraum

Spiel-, Erlebnis- und Aufenthaltsräume sollen im Ortskern in den kommenden Jahren gestaltet und verknüpft werden. „Somit soll der gesamte Ortskern als Spiel- und Bewegungsraum verstanden werden“, formuliert es das Handlungskonzept. Treffpunkte und Bewegungsangebote soll etwa das „Bewegungsband“ zwischen Gesamtschule und Sportanlagen im Norden bieten. Der „Spielpark“ soll Schermbecks neuer Bürgerpark für alle Generationen rund um die Maximilian-Kolbe-Schule werden. Vorhandene Freiflächen, die bereits als „informelle Naturspielräume“ rund um den Prozessionsweg genutzt werden, seien unter dem Stichwort „Abenteuerspiel“ zu sichern, so das Konzept. Natur- und Landschaftsspiel soll durch Maßnahmen auf den Spielplätzen Goethestraße, Lessingstraße und Bleichwall, der Einbindung von Marienheim und Kita „Hand in Hand“ sowie der Wege rund um die Mühlenteiche und der ehemaligen Wasserburg ermöglicht werden. Zum Schluss sollen die Flächen rund ums Rathaus aufgewertet werden und als „Schermbecker Piazza“ mehr Aufenthaltsqualität bieten. Bisher wenig frequentierte Spielplätze sollen einer anderen Nutzung, etwa für die Nachbarschaft, zugeführt werden, um Pflegekosten einzusparen.

Verkehrssicherheit

Über das Spiel- und Bewegungsraumkonzept hinaus gehen weitere vorgeschlagene Maßnahmen im Handlungskonzept. So soll der Wohn- und Geschäftsbereich westlich der Ludgeruskirche so städtebaulich neu geordnet werden, dass dort weiterhin Einzelhandel „mit einer zukunftsfähigen Größenordnung“ möglich bleibt. Auch die Verkehrssicherheit im Einmündungsbereich Erler Straße/Mittelstraße soll verbessert werden. Eine deutliche Attraktivitätssteigerung für Bürger und Touristen plant das Handlungskonzept an den Mühlenteichen. Die stark verschlammten Teiche sollen ausgebaggert, das Teichumfeld neu gestaltet werden.

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