Eiscafé-Besitzer sollen Zutaten offenlegen

Forderung von Verbraucherzentralen

Wer Eis im Supermarkt kauft, kann alle Inhaltsstoffe auf der Verpackung finden. Dasselbe fordern Verbraucherzentralen auch für Eis, das in Eiscafés oder Eiswagen verkauft wird. Bei den Eiscafé-Besitzern in Schermbeck und Raesfeld stößt dieser Wunsch auf nur wenig Verständnis.

Schermbeck/Raesfeld

, 25.07.2017 / Lesedauer: 2 min
Eiscafé-Besitzer sollen Zutaten offenlegen

Einen Ordner über Inhaltsstoffe jeder einzelnen Eissorte hat Christian Ignat vom Eiscafé Riviera in Raesfeld bereits vor Jahren angelegt. Ob Allergene, Schalenfrüchte oder Zusatzstoffe in der jeweiligen Eissorte sind, kann man dort nachlesen. Nur will das kaum jemand.

Christian Ignat, Besitzer des Eiscafés „Riviera“ in Raesfeld, sagt etwa: „Die Leute wollen Eis essen und nicht Rezepte gucken.“ Er greift hinter die Theke, zieht einen Ordner hervor. „Den habe ich schon vor Jahren angelegt.“ In dem Ordner finden sich Inhaltsstoffe von jeder einzelnen Eissorte, jedem Eisbecher, der bei ihm verkauft wird. Ob Allergene, Schalenfrüchte oder Zusatzstoffe im jeweiligen Eis sind, könnte man hier nachlesen. Doch das wolle eigentlich niemand, sagt Ignat. Allerdings: Wer etwa bei Schoko-Eis in den Ordner schaut und dort nur Milch und Verdickungsmittel angekreuzt findet, fragt sich natürlich: Wo kommt der Schoko-Geschmack her? „Kakao“, sagt Ignat.

Rezepte schützen

Ein Stück weit wolle er natürlich auch seine Rezepte schützen, weshalb dort nicht alle Zutaten aufgeführt seien. Gelernt hat er das Handwerk des Eismachens bei der Firma Elenka. Frische Zutaten wie Früchte sorgen bei seinem Eis für den Geschmack, wobei er zugibt, auch Aromastoffe einzusetzen. Wirklich alle Zutaten für den Kunden sichtbar im Eiscafé anzubringen, „das würde eine große Liste“, sagt Ignat. „Das wäre aufwendig“, sagt auch Gerda Stewing, Inhaberin des Eiscafés „Crema Gelato“ in Schermbeck. Und aufwendig genug sei der Prozess des Eismachens sowieso schon an sich, was wohl keinem Kunden so wirklich klar sei. „Das Eis immer frisch vorzuhalten, ist schon so viel Arbeit.“

Lactose-intolerant

Dass Kunden alle Inhaltsstoffe einer Eissorte wissen wollten, hat sie in ihrer Zeit im Eiscafé noch nicht erlebt. Stewing: „Nur Allergiker fragen manchmal nach.“ Wenn jemand Lactose-intolerant sei, werde schon mal nachgefragt. Oder auch bei Gluten. „Mehr interessiert die Kunden nicht“, glaubt Stewing. Natürlich gebe es beim Eis Qualitätsunterschiede, sagt Stewing. Ihr ist wichtig, dass in ihrem Kiwi-Eis auch wirklich Kiwi, im Bananen-Eis Bananen und im Limetten-Basilikum-Eis frische Zutaten sind. Mehr als eine Zutaten-Liste, da sind sich Ignat und Stewing einig, würde den Eiscafé-Besitzern derzeit besseres Wetter helfen.