Ende der Kanalbrücken-Sperrung in Sicht

Maassenstraße

Die Kanalbrücke der Maassenstraße kann, wenn alles gut geht, bereits Ende der Woche wieder für den motorisierten Verkehr einspurig geöffnet werden. Das sagte Projektleiter Günter Franz vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt auf Anfrage unserer Zeitung.

Schermbeck

, 11.08.2017 / Lesedauer: 3 min
Ende der Kanalbrücken-Sperrung in Sicht

Günter Franz vom Wasserschifffahrtsamt.

Ob dieser Termin gehalten werden kann, hänge von einer Überprüfung von vier Schweißnähten ab, die am Montag und Dienstag kommender Woche erfolgen soll. Die Schweißnähte liegen dort, wo die Bögen in den Brückenfuß gehen. Zunächst waren die Arbeiten für die komplette Zeit der Sommerferien angekündigt worden. „Jeder Tag, an dem wir früher fertig werden, ist ein sehr guter“, sagt Günter Franz, der natürlich auch von den Brückenarbeiten an der Dorstener Straße weiß, die bis Montag für zum Teil erhebliche Umwege sorgen.

"Das muss ich nicht haben"

Die Arbeiten in den Ferien durchzuführen, sei auf jeden Fall die richtige Entscheidung gewesen, so Franz, denn wenn erst mal der Schulbus-Verkehr wieder starte, hätte dies für erhebliche Probleme gesorgt. Durch die Straße „Im Aap“ könnten nur kurze Busse fahren, über die A 31 dürften sie es gar nicht. „Denn die Kinder sind nicht angeschnallt“, so Franz. In Hünxe habe man einmal bei einer Brücke diesen Fall gehabt, da seien die Busse in Polizeibegleitung über die Autobahn gefahren. „Das muss ich nicht haben“, so Franz.

Die härteste Arbeit liege bei der Kanalbrücke der Maassenstraße hinter den Arbeitern, sagt Franz. Vor allem das aufwendige und sehr lärmintensive Austauschen der Nieten gegen Schrauben hatte Franz schon mal als Arbeit beschrieben „für Leute, die Vater und Mutter erschlagen haben“. Die Firma, die die Verkehrssicherung übernommen hat, habe er bereits informiert, dass die Arbeiten früher als geplant beendet werden könnten. Für das Herstellen der ursprünglichen Verkehrsführung benötige die Firma etwa einen Tag, so Franz.

"Das war ein Vorgeschmack"

Mehr Schäden als bisher bekannt seien bei den Arbeiten an der maroden Brücke aus den 1950er-Jahren nicht aufgefallen, so Franz. Dennoch wolle man nach den Sommerferien mit allen Versorgern absprechen, wie man Wasser-, Abwasser-, Strom- und Gasleitungen unter den Kanal verlegen kann. Denn beim Neubau der Brücke, der 2022 bis 2024 erfolgen soll, würden zunächst die Brücke und Widerlager abgerissen. Franz: „Dann ist die Frage: Was findet man im Untergrund?“ Allein für Planung, Planfeststellung und europaweite Ausschreibung rechnet Franz mit rund drei Jahren. Statt weniger Wochen wie jetzt wird der Verkehr während des Neubaus der Brücke viele Monate nicht mehr über die Maassenstraße geführt werden können. Welche Probleme das mit sich bringt, hat man ansatzweise während der vergangenen Wochen gesehen. Franz: „Das war ein Vorgeschmack.“