Erinnerungen an die Reichspogromnacht

Gesamtschule Schermbeck

Zu einer Gedenkstunde lud die Schermbecker Gesamtschule am Montagnachmittag (9.11.) ein – dem Tag, an dem deutschlandweit der Reichspogromnacht des Jahres 1938 gedacht wurde.

Schermbeck

, 10.11.2015, 17:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
Erinnerungen an die Reichspogromnacht

Auf der Straße vor dem jüdischen Friedhof am Bösenberg verlasen Schüler der Gesamtschule am Montag Passagen aus den Biografien jüdischer Schüler aus der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland. RN-Foto Scheffler

Schulleiter Norbert Hohmann verwies auf die Aktualität des Themas angesichts gegenwärtiger Flüchtlingsströme. Die Schüler Ruben Schmidt und Jan Jäger schilderten die Vorgänge in Schermbeck vor 77 Jahren. Ab 1933 hatte sich die Einstellung Schermbecker Bürger zu jüdischen Mitbürgern deutlich geändert. Es war ein schleichender Prozess. 1934 wurde die Synagoge geschlossen. 1935 wurde ein Schulverbot für Juden ausgesprochen.

Hetzrede

Eine Zuspitzung erfolgte in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938. Die Nachricht vom Tod des deutschen Botschaftssekretärs Ernst von Rath veranlasste Josef Goebbels mit Zustimmung Adolf Hitlers zu einer Hetzrede. Etwa die Hälfte aller Synagogen und Gebetshäuser in Deutschland wurde zerstört oder stark beschädigt. Dazu gehörte auch die Schermbecker Synagoge im Ortskern zwischen Georgstraße und der heutigen Straße „Hinter der Mauer“. Eine Bronzetafel von 1982 erinnert noch heute an den ehemaligen Standort. Die Berichte der Schüler endeten mit den Deportationen Schermbecker Juden nach Minsk, Riga, Trawniki und Auschwitz. Anhand von Schautafeln wurde an den Umgang der Nazis mit den Juden erinnert.

Etwa 30 Besucher begleiteten die Schüler zum jüdischen Friedhof auf dem Bösenberg. Am Friedhof verlasen Schüler Passagen aus den Biografien jüdischer Schüler. Auf den Grabsteinen legten die Teilnehmer an der Gedenkfeier nach altem jüdischen Brauch Steine ab. Manche Teilnehmer stellten zum stillen Gedenken Kerzen vor den Gräbern ab.  

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