FDP-Ortsverbandsvorsitzender mit 23

Simon Bremer

Mit 23 den Ortsverband einer Partei anzuführen, das ist seit zwei Monaten die Aufgabe von Simon Bremer bei der Schermbecker FDP. Welche Ziele er hat, und welche Schwierigkeiten sich abzeichnen, darüber sprach Berthold Fehmer mit ihm.

Schermbeck

27.07.2016, 17:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
FDP-Ortsverbandsvorsitzender mit 23

Simon Bremer, Ortsverbandsvorsitzender der Schermbecker FDP.

Wenn man Ihnen vor einem halben Jahr gesagt hätte, dass Sie jetzt JuLi-Kreisvorsitzender und FDP-Ortsverbandsvorsitzender sein werden, wie hätten Sie reagiert? Bei den JuLis war ich schon zwei Jahre Stellvertreter. Aber FDP-Ortsverbandsvorsitzender? Das war damals noch relativ weit weg. Ich hatte durch den JuLi-Kreisverband und als Schriftführer viel mit dem Ortsverband zu tun, aber ich habe schon Respekt vor dem Amt. Es gibt einen immensen Unterschied in der Wahrnehmung der Person im Vergleich zum JuLi-Kreisvorsitz. Es ist schon so, dass man eine Person des öffentlichen Lebens in Schermbeck ist.

Wie alt muss ein Ortsverbandsvorsitzender Ihrer Meinung nach mindestens sein? Das ist mir eigentlich egal. Der kann von mir aus auch 16 sein. Wenn man sich engagieren möchte, spielen Alter oder Geschlecht für mich keine Rolle. Klar habe ich noch viel zu lernen. Aber ich habe im Vorstand einige Kollegen, die Erfahrung haben.

Was sind für Sie die wichtigsten Aufgaben eines Ortsverbandsvorsitzenden? Erst mal muss man, ich sag’s mal umgangssprachlich, „Bock haben“. Man muss Lust und Freude an Politik und Menschen haben, und sich trauen, auf sie zuzugehen. Wichtigste Aufgabe ist für uns, mit Blick auf 2020 und die Kommunalwahl, möglichst viele Schermbeckerinnen und Schermbecker zu erreichen, sich für die FDP zu engagieren oder für FDP-Themen zu interessieren.

Sie sagen 2020 – vorher stehen aber im nächsten Jahr noch Land- und Bundestagswahlen an. Als Ortsverbandsvorsitzender habe ich erst mal die Priorität 2020. Die Wahlkämpfe für den Landtag und den Bundestag, das sind für die FDP natürlich existenzielle Wahlkämpfe. Da müssen wir, und davon bin ich angesichts der Stimmung und Umfragen überzeugt, mit relativ starken Ergebnissen wieder in den Land- und Bundestag einziehen. Es ist aber noch ein langer Weg bis Mai und September, da kann viel passieren.

Als Sie 2014 in die FDP eingetreten sind, war das nicht gerade die Blütezeit der Partei. Warum gerade die FDP? Dass es die FDP wird, war für mich schon länger klar, weil ich da die größten Schnittmengen zu meinen Interessen und meiner Meinung gesehen habe.

Etwas konkreter bitte: Wofür steht die FDP für Sie? Etwa den Slogan von früher: „Privat vor Staat“. Und dann die Frage: Wie viel Steuern mute ich meinen Bürgern zu? Steuererhöhungen schmälern die Kaufkraft der Bürger. Dadurch geht auch ein Stück Schermbecker Einkaufsstraße verloren. Dadurch schaffe ich es vielleicht nicht, junge Familien nach Schermbeck zu locken, weil die Grundsteuer so hoch ist. Noch geht es ja. Man muss überlegen, wie gehe ich mit dem vorhandenen Geld um?

Wo konkret sehen Sie Hebelpunkte in Schermbeck, wo fehlt die liberale Stimme? Wenn man sich etwa die Ausstattung der Schulen ansieht. Bildung ist ein wichtiges und präventives Gut. Weil sie die Möglichkeit mitbringt, dass man vielleicht später weniger an Sozialausgaben zahlen muss. Es ist wichtig, dass Schülerinnen und Schüler möglichst früh an Neue Medien herangeführt werden, dass sie mit einem iPad umgehen können. Dass es im Klassenraum nicht mehr einen Tageslichtprojektor, sondern einen Beamer gibt, damit man Powerpoint-Präsentationen machen kann. Es gibt ein Förderprogramm des Landes, aus dem Gemeinden Geld abgreifen können. Da ist derzeit eine große Chance.

Das komplette Interview lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der Dorstener Zeitung.

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