FDP will freies WLAN im Schermbecker Ortskern

Freifunk

Freies WLAN im Schermbecker Ortskern, also ein drahtloses lokales Netzwerk, um ins Internet zu gelangen, fordert die FDP-Fraktion. Möglich wäre dies, wenn sich genügend Sponsoren fänden, so Ratsmitglied Thomas M. Heiske, oder man dem sogenannten Freifunk-Modell folge.

SCHERMBECK

, 23.02.2015, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Schermbeck solle dem Beispiel vieler Städte folgen, die bereits eine offene Internetverbindung im Stadtkern anbieten, so die FDP. Etwa Düsseldorf, Monheim, Aachen, Straelen, Krefeld, Xanten und Weeze. So könne man laut Heiske „schnell nachschauen, ob das Rathaus oder Hallenbad geöffnet haben, wo die nächste Apotheke ist, wann die Gemeindebücherei geöffnet hat, aber auch interessante Angebote von Händlern und Dienstleistern aller Art.“ Touristen und damit auch hiesige Gewerbebetriebe könnten vom offenen WLAN profitieren.

Freifunk

Als kostengünstige Alternative nennt Heiske das Freifunk-Model. „In Weeze reichen beispielsweise 15 Router, um das Ortszentrum flächendeckend mit WLAN zu versorgen“, so Heiske. Das funktioniert, indem Bürger einen Teil ihrer Internet-Bandbreite für die Öffentlichkeit freigeben. Einen Freifunk-Router gebe es bereits für 20 Euro, anmelden müsse man sich als Nutzer nicht. Mit letzterem könnte es bald vorbei sein. Denn derzeit wird ein Gesetzesentwurf der Bundesregierung erarbeitet, der laut Spiegel-Informationen Anbieter von Hotspots von der Haftung für fremde Daten entbindet, dafür von ihnen aber auch „zumutbare Maßnahmen“ fordert, um Missbrauch zu verhindern, was nur über eine Anmeldung möglich wäre.

"Nicht kriegsentscheidend"

Vor einigen Jahren habe sich die Werbegemeinschaft bereits mit dem Thema WLAN im Ortskern beschäftigt, sagt Vorsitzender Wolfgang Lensing. Aufgrund von technischen Hürden und finanziellen Schwierigkeiten habe man das Thema ruhen lassen. Ein offenes Netz im Ortskern wäre sicherlich ein Standortvorteil, glaubt Lensing, „aber eher im Sinne von ’nett zu haben‘, weniger im Sinne von kriegsentscheidend“. Denn die meisten Smartphone-Nutzer hätten Internet-Flatrates, Touristen könnten auch in Hotels auf das WLAN zugreifen. „Über wie viele Leute reden wir dann wirklich, die im Ortskern auf datenintensive Dienste zugreifen wollen?“ Die Haftungsfragen müssen geklärt sein („Was ist, wenn jemand Kinderpornos herunterlädt?“), ebenso die Frage nach der Wartung, wenn Geräte kaputt gingen oder nicht ordnungsgemäß funktionierten, so Lensing. Zu einem klaren Ja oder Nein könne er derzeit nicht durchringen. Lensing: „Da gibt es viel Grau.“

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