Feldbahnstrecke zur Hälfte fertig

Im Aap

"Was lange währt, wird endlich gut", pflegt der Volksmund zu sagen. Zehn Jahre hat es gedauert, bis die Feldbahnfreunde Schermbeck ihr Ziel erreicht haben.

Gahlen

, 14.08.2017, 17:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Feldbahnstrecke zur Hälfte fertig

Mitglieder der Feldbahnfreunde Schermbeck-Gahlen haben weitere Gleisstücke für den südlichen Teil der Streckenführung in Richtung Sportplatz des TuS Gahlen verlegt.

Nach vielen vergeblichen Bemühungen konnte in diesem Jahr eine 650 Meter lange Feldbahnstrecke im Gahlener Aap östlich der Jugendfreizeitstätte hergerichtet werden, die nach Abnahme durch das Bauordnungsamt des Kreises zur touristischen Attraktion werden dürfte. Der Erfolg soll bei einer Feier am 26. August von 11 bis 18 Uhr gefeiert werden. Nicht nur die Feldbahnstrecke kann dann besichtigt werden. Auch der Fahrzeugpark der Feldbahnfreunde sowie Fahrzeuge, die von befreundeten Vereinen mitgebracht werden, locken an diesem Tag.

Notlösung

Die Feldbahn im Gahlener Aap ist eine Notlösung. Eigentlich wollte man jene Strecke erhalten, die den Schermbecker Dachziegelwerken Idunahall bis 2002 zum Transport von Ton aus dem Gahlener Heisterkamp zur Firma in Bricht diente. Als 2005 Planungen des Fördervereins Deutsche Feldbahn für regelmäßige Fahrten bekannt wurden, gab es massiven Widerstand aus der Gahlener Bürgerschaft. Ob die mehr als 50 Bürger mit ihrem Protest die Feldbahn in den Heisterkamp hätten verhindern können, ist mehr als fraglich, zumal der Kreis Wesel dem Projekt ebenso wohlgesonnen war wie die Gemeinde Schermbeck.

Probleme

Doch dann gab es plötzlich ganz andere Probleme. Idunahall schloss den Schermbecker Betrieb zum Jahresende 2005. Unklare Eigentumsverhältnisse trugen ebenso wie unterschiedliche Vorstellungen der damaligen aktiven Feldbahnfreunde dazu bei, dass sich der Verein aufsplittete. Ein Teil löste sich von dem Feldbahnfreunde-Altbestand um Andreas Knopf aus Norddeutschland und gründete am 3. Februar 2007 den Verein Feldbahnfreunde Schermbeck-Gahlen. Gründungsvorsitzender wurde der noch heute amtierende Michael Nienhaus. Während der Altbestand auf dem Idunahall-Gelände blieb, konnte der Gahlener Verein auf dem Gelände der Familie Haferkamp eine Werkstatt einrichten und den Fahrzeugbestand unterbringen.

Baugenehmigung

An der Zielsetzung, die Feldbahn zum Heisterkamp wieder zu befahren, änderte sich nichts. Selbst als ein Teil des ehemaligen Idunahall-Geländes verkauft wurde, blieben die Feldbahnfreunde bei ihrem Plan. Abstriche mussten sie machen, als sie erfuhren, dass bei einer Erneuerung der Kanalbrücke für die Neuverlegung von Gleisen Kosten in Höhe von 450 000 Euro entstehen würden. Man beschloss, die geplante Strecke in den Heisterkamp an der Südseite des Kanals enden zu lassen. Aber auch das ließ sich nicht realisieren, sodass die Feldbahnfreunde 2015 ihren Bauantrag zur Reaktivierung der Feldbahnstrecke zurückzogen. Seither konzentrierten sich die Bemühungen auf ein großes Feld östlich des Hauses Haferkamp. Zunächst wurde auf dem Hof eine kurze Gleisanlage verlegt, um dort abgestellte Fahrzeuge bewegen zu können. Am 25. April 2016 erteilte der Kreis Wesel die Baugenehmigung für eine Besucherfeldbahn.

Nordstrang

Den Nordstrang des Gleises wollen die Feldbahnfreunde 2018 und 2019 verlegen. Jeden Mittwoch treffen sich einige der 30 Mitglieder, um Arbeiten zu verrichten. Einsätze an Samstagen werden nach Absprache erledigt. Der Gleisbau für die 600-mm-Feldbahn hat derzeit Vorrang. Zudem werden zwei Lokomotiven betriebsfertig gemacht. Derzeit wird eine Lok für die Historische Feldbahn Hofgut Serrig überarbeitet. 

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