Flüchtlingsunterkunft in Gahlen nur bei Bedarf

"Befristet vom Tisch"

Der Bau einer Unterkunft für 120 Flüchtlinge an der Gahlener Kirchstraße ist laut Bürgermeister Mike Rexforth „nur befristet vom Tisch“. Das Planungsverfahren wird fortgesetzt, um ab etwa 400 Flüchtlingen in Schermbeck (derzeit 295) innerhalb von vier Monaten den Bau fertigstellen zu können.

Gahlen

, 13.05.2016, 17:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Flüchtlingsunterkunft in Gahlen nur bei Bedarf

Den Fragen des Gahlener Bürgerforums zur Flüchtlingssituation stand Bürgermeister Mike Rexforth (2.v.l.) Rede und Antwort.

Das „Gahlener Bürgerforum“ (GBF) hatte dem Bürgermeister 29 Fragen gestellt, die dieser am Donnerstagabend im Gemeindehaus so ruhig, eindeutig und kompetent ohne einen Blick auf die vorformulierten Antworten beantwortete, dass Heimatvereinsvorsitzender Jürgen Höchst Rexforth bescheinigte, „voll im Thema drin“ zu stecken. Nur 28 Zuhörer waren erschienen – bei der ersten Veranstaltung im Café Holtkamp waren zehnmal so viele gekommen. Der Bauantrag wird laut Rexforth gestellt, der geplante Bau der Kanalisation aber verschoben, bis der Bau tatsächlich erfolgt. Das Grundstück werde „an das Versorgungsnetz von RWE, NGW und eventuell Telekom angeschlossen“.

Sicherheit

Die Sicherheit der Flüchtlinge auf dem Weg nach Schermbeck wird durch eine Ampelanlage an der Kreuzung Maassenstraße/Umgehungsstraße gewährleistet. Die „Herstellung soll im Verlauf des Jahres 2017 durch den Landesbetrieb Straßenbau erfolgen“, so Rexforth. Für den geplanten Radweg entlang der Kirchstraße fehlen noch die erforderlichen Grundstücke. Rexforth: „Die notwendigen Mittel werden im Etat 2017 bereitgestellt“. Die Gemeinde sei personell nicht in der Lage, allen Flüchtlingen Verhaltensmaßnahmen in Bezug auf das Schwimmen in Lippe und Kanal beizubringen. „Dies könnte aber eine Aufgabe des sich in Gahlen gründenden Netzwerkes sein“, so Rexforth. Die Beleuchtung des Fußweges soll bei Dunkelheit gewährleistet sein. Flüchtlingskinder werden mit dem Bus zum Schulunterricht gebracht, nicht aber zum offenen Ganztag, um eine „Besserstellung im Gegensatz zu heimischen Kindern“ zu vermeiden.

Feuerwehrgerätehaus

In Absprache mit der Feuerwehr soll eine Nutzung des Feuerwehrgerätehauses ermöglicht werden. Eine Caritas-Integrationssprechstunde wird es in Gahlen bei Bedarf geben. Wenn die Flüchtlingsunterkunft bezogen wird, ist eine Betreuung über die normale Arbeitszeit hinaus geplant. Piktogramme und Hinweise zu Verhaltensregeln, Leitbildern und Ruhezeiten in der Unterkunft werden in den jeweiligen Sprachen ausgehängt. Der Caritas-Sozialarbeiter ist auch für die Gahlener Bürger Ansprechpartner. Ehrenamtliche Mitarbeiter erhalten kein Geld. „Grundsätzlich“, so Rexforth, „kann jeder Verein, jede Organisation Flüchtlinge gemeinnützig beschäftigen. Die Arbeiten müssen zusätzlich sein und keinen Arbeitsplatz grundsätzlich gefährden. Derzeit wird hierzu in Zusammenarbeit mit der Caritas, dem Arbeits- und Ausländeramt an einer konzeptionellen Lösung gearbeitet.“

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