Frühe Pilzernte in diesem Jahr

Herbstwetter im Sommer

Das Herbstwetter in diesem Sommer ärgert viele. Pilzsammler jedoch freuen sich, dass die Pilze früher aus der Erde sprießen als sonst. „Die ersten Pilzsammler starten bereits Ende Juli, wenn es mal geregnet hat“, weiß der Revierleiter der Uefter Mark, Christoph Beemelmans.

Schermbeck

, 21.08.2017, 17:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Frühe Pilzernte in diesem Jahr

Finger weg von diesem Pilz! Der Grüne Knollenblätterpilz sorgt häufig für Vergiftungen.

Ab und zu geraten er und Pilzsammler aneinander, die sich in der Uefter Mark nicht auskennen. Denn der Schermbecker und Erler Teil des RVR-Waldgebiets steht unter Naturschutz – das Pilzesammeln ist deshalb dort verboten.

"Grüner Kerl"

Die meisten Pilzsammler wüssten das bereits, sagt Beemelmans, und hielten sich auch daran. Meist seien es auswärtige Besucher, die sich an das Verbot nicht hielten. „Denen nehmen wir dann die Pilze ab.“ Auch ein Verwarnungsgeld sei möglich, so Beemelmans. Dass Pilzsammler sich dann ärgern, dafür habe er sogar Verständnis, sagt Beemelmans: „Die rutschen da zwei Stunden auf den Knien rum, und dann kommt ein grüner Kerl und nimmt denen alles weg.“

"Noch nicht so ergiebig"

Pilzsammler aus der Region, mit denen er in Kontakt stehe, hätten gesagt, dass die Pilzsammelei derzeit noch nicht so ergiebig sei, so Beemelmans. Jan Preller von Wald und Holz NRW schätzt aber: „In diesem Jahr sind einige Pilze wegen der günstigen Wetterbedingungen rund vier Wochen früher dran.“ Die Hochzeit der Pilze liege üblicherweise im September und Oktober. Pilze sind nicht nur schmackhafte Nahrung, sondern auch wichtig für das Ökosystem Wald. Preller: „Pilze sind beispielsweise dafür verantwortlich, dass altes Holz, Laub und Nadeln zersetzt werden. Sie sorgen dafür, dass organisches Material in den Kreislauf des Lebens zurückgeführt wird. Ohne sie würde die Streuschicht auf dem Boden immer dicker und die Wälder würden in den Unmengen anfallender organsicher Stoffe regelrecht ersticken.“

Der Landesbetrieb Wald und Holz warnt in einer Mitteilung Pilzsammler wieder davor, die eigenen Kenntnisse zu überschätzen. Etwa 100 Pilzarten in NRW sind giftig. Viele Speisepilze haben hochgiftige Doppelgänger, wobei vor allem der Grüne Knollenblätterpilz besonders häufig Verursacher schwerster Vergiftungen ist. „Daher sollten nur fachkundig geschulte Menschen Pilze sammeln.“

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