Geringe Wahlbeteiligung befeuert Zweifel am Sinn der Stichwahl

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Nicht mal ein Drittel aller wahlberechtigten Schermbecker haben am Sonntag den neuen Landrat gewählt. Bei 31,3 Prozent Wahlbeteiligung stellt sich die Frage nach dem Sinn der Stichwahl.

Schermbeck

, 28.09.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

11.888 Wahlberechtigte hätten in Schermbeck am Sonntag ihren neuen Landrat wählen können. Für Ingo Brohl (CDU) gaben aber nur 2531 ihre Stimme ab, was 68,7 Prozent in Schermbeck bedeutete - bei insgesamt 3683 gültigen Stimmen. Zieht man die Schermbecker Wahlberechtigten als Referenzgröße heran, waren es gerade mal knapp 21,3 Prozent. Peter Paic (SPD) erhielt 1152 Stimmen, 31,3 Prozent der gültigen Stimmen, aber nur 9,7 Prozent der Wahlberechtigten.

7450 Stimmen weniger für den Landrat

Nur geringfügig besser war die Wahlbeteiligung im Kreis Wesel: 32,47 Prozent. Brohl siegte mit 64.152 Stimmen (53,46 %) gegen Paic (55.852 Stimmen, 46,54%). Ein knappes Ergebnis, aber das war es auch schon vor zwei Wochen, als Brohl 36,4 Prozent der Stimmen und Peter Paic 31 Prozent erzielen konnten. Der Unterschied? Damals erhielt Brohl 71.602 Stimmen, also 7450 Stimmen mehr, obwohl da noch insgesamt sechs Bewerber zur Wahl standen. Doch bei der Kommunalwahl lag die Wahlbeteiligung kreisweit noch bei 53,3 Prozent.

Ende 2019 hatten die NRW-Verfassungsrichter die Beibehaltung der Stichwahl beschlossen - allerdings waren sich selbst die Richter nicht einig: vier stimmten gegen drei. Die CDU hatte die Stichwahl abgeschafft, die SPD und die Grünen dagegen geklagt. Die Gegner der Stichwahl dürften nun neue Munition gesammelt haben.

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