Große Feier zum 50. Bestehen

Familienzentrum St. Ludgerus

"Was machen wir jetzt?“ Diese Frage treibt Ursula Heinemann und ihr Team der Kindertageseinrichtung St. Ludgerus am Heggenkamp 25 seit einem halben Jahr um. Denn das 50-jährige Bestehen des Kindergartens naht. Das Problem: „Wir haben das 40-Jährige so groß gefeiert – das zu toppen, geht im Grunde nicht“, sagt Heinemann.

Schermbeck

, 30.05.2017, 17:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Für das Jubiläum des Familienzentrums St. Ludgerus stellten sich die Kinder der Einrichtung zum Foto auf.

Für das Jubiläum des Familienzentrums St. Ludgerus stellten sich die Kinder der Einrichtung zum Foto auf.

Die Lösung: „Wir machen es ein bisschen anders, aber auch viel von dem, was wir vor zehn Jahren gemacht haben.“ Seit 2001 ist Heinemann Leiterin der Kita, die damals noch Kindergarten und nicht Kindertageseinrichtung und Familienzentrum hieß. Vieles hat sich seitdem geändert. Bei der Organisation der Feier zum 50. habe man gemerkt, dass die Unterstützung der Eltern zum 40. einfacher zu haben war. Ausdrücklich nicht als Vorwurf will Heinemann das verstanden wissen: „Man merkt, dass sich Familien verändert haben, dass Eltern die Zeit nicht mehr haben.“ Viele Frauen seien nun berufstätig. „Es sind andere Zeiten.“ Wichtig ist Heinemann, dass Familien, die es einrichten können, sich an der Gestaltung des Festes beteiligen können. So wurden am Samstag mit der Mobilen Klangwerkstatt Münster auf dem Gelände mit den Eltern Klanginstrumente aufgebaut: „Das hat Spaß gemacht“, sagt Heinemann. Die anderen Familien sollen sich aber genauso in der Kita wohlfühlen können. „Es gibt immer Gründe, weshalb jemand mal keine Zeit hat.“

Familienzentrum

Im nächsten Jahr wird der ehemalige Kindergarten zehn Jahre Familienzentrum sein. Im Laufe der Zeit habe man gemerkt, welche Angebote ankommen und welche nicht, sagt Heinemann: „Schuldnerberatung wird hier keiner besuchen. Da fahren die Leute lieber nach Wesel.“ Gut angenommen würden Vater-Kind-Aktionen mit dem Nabu. Auch Pekip-Kurse oder Krabbelgruppen würden nachgefragt: „In dem Bereich ist Schermbeck unterversorgt“, glaubt Heinemann.

Erwartungshaltung

Geändert habe sich im Laufe der Zeit die Erwartungshaltung von Eltern, aber auch die Herausforderungen ans Team seien gestiegen, sagt Heinemann. Inklusion, Integration, Qualitätsmanagement, Kinderbildungsgesetz, Beobachtung und Dokumentation, Beschwerdemanagement, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Sozialraumorientierung sind nur einige Schlagwörter, mit denen Erziehende umgehen müssen. Dennoch ist Heinemann überzeugt: „Es ist ein Klasse-Job. Da passiert was, da entwickelt sich was. Hier geht es nur vorwärts – im Pflegeheim geht der Weg rückwärts.“ Spannend sei der Beruf auch „durch die Vielfalt an Menschen, die hier ein- und ausgehen“.

Derzeit besuchen 82 Kinder das Familienzentrum St. Ludgerus, betreut von 14 pädagogischen Fachkräften. Genug? „Im Grunde sind wir gut besetzt. Man könnte aber mehr gebrauchen“, sagt Heinemann und verweist auf einen derzeit hohen Krankenstand. Hinzu kommen eine Hauswirtschaftskraft, ein Gärtner und zwei Reinigungskräfte. Am 11. Juni (Sonntag) sind Familien, Freunde und Interessierte zur Feier eingeladen. Los geht es um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst auf dem Außengelände. Um 11.30 und 13 Uhr stehen Trommelworkshops mit der Argadona Trommelwelt aus Münster an. Ab 11.30 Uhr locken Bewegungsbaustelle, Wasserwerkstatt, Lebkuchenherzen zum Verzieren, Stockbrot am Lagerfeuer, Indianer-Tipis und eine Fotografin, die Familienfotos schießt. Für Essen und Getränke ist ebenfalls gesorgt.

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