Grundschüler pflanzen Bäume und legen Blumenwiese an

Aktiver Umweltschutz

Etwa 120 Schermbecker Grundschüler haben in der Rüster Mark Bäume gepflanzt. Verschwiegen wurde ihnen aber nicht, dass ein Teil dieser Bäume irgendwann wieder gefällt wird.

Schermbeck

, 15.04.2019, 15:13 Uhr / Lesedauer: 3 min
Grundschüler pflanzen Bäume und legen Blumenwiese an

Der RVR-Ranger Dirk Bruszies stellte den Kindern die Vogelwelt vor und deren Vorlieben für ganz unterschiedliche Nisthilfen. © Helmut Scheffler

Der Übergang vom Schulunterricht zu den Osterferien bescherte etwa 120 Jungen und Mädchen der beiden Schermbecker Grundschulen am Freitag einen Aufenthalt in den Waldungen der Rüster Mark. Während anderswo Schüler am „Friday for Future“ bei Demonstrationen auf den Straßen ihren Unmut gegen die Klimapolitik äußerten, bewiesen die Schermbecker Schulkinder, dass man durch eigenes Handeln einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz leisten kann.

Die Abschlussklassen der Maximilian-Kolbe-Schule und der Gemeinschaftsgrundschule waren von der Volksbank Schermbeck eingeladen worden, die das Projekt „Volksbank und Wald“ nach ihrer 125-Jahrfeier 2016 startete mit dem Ziel, langfristig einen „Volksbank-Wald“ entstehen zu lassen.

300 junge Bäume gepflanzt

An zwei der fünf Stationen, die die Banker mit dem Regionalverband Ruhr und dem Forstamt Schermbeck auf einer etwa eineinhalb Hektar großen Fläche eingerichtet hatten, ging es um Pflanzmaßnahmen. An einer Station erklärten Maike Willuweit und Andreas Majdanuk den Kindern die Bedeutung von Bäumen für die Natur und die Volkswirtschaft. Nach ausführlicher Beschreibung der Aufgaben von Wurzeln, Stamm und Krone eines Baumes pflanzten die Schüler etwa 300 junge Bäume: Wildäpfel, Wildbirnen, Wildrosen, Weißdorn und Schwarzdorn.

„Die Kinder sollen einen engeren Bezug zum Wald bekommen“, beschreibt Förster Christoph Beemelmans die Zielsetzung der Heranführung junger Menschen an den Wald. „Dann werden sie auch verstehen, dass im Wald aktiver Umweltschutz betrieben wird.“

Grundschüler pflanzen Bäume und legen Blumenwiese an

In einem Teilbereich des Volksbank-Waldes legten die Grundschüler am Freitag eine Blumenwiese an. © Helmut Scheffler

An einer benachbarten Station ging es unter Leitung von Jürgen Baltes und Christa Beemelmans darum, angesichts des Insektensterbens der letzten zwei Jahrzehnte ein wenig gegenzusteuern. „Wir pflanzen eine Blumenwiese“, hieß das Motto. Die Kinder vermischten Blumensamen mit Sand, brachten das Gemisch auf eine vorbereitete Pflanzfläche aus, harkten es in den Mutterboden ein, bevor sie den gelockerten Boden mit einer Walze verdichteten.

Nach getaner Arbeit waren die Kinder stolz auf ihren Beitrag zur Schaffung eines neuen Lebensraumes für Mücken, Bienen, Hummeln, Fliegen, Nachtfalter, Igel und all die Tiere, die blühende Pflanzen zum Überleben benötigen. Zur Belohnung gab es von Christa Beemelmans für jedes Kind eine Tüte mit Samen von Bienenfutterpflanzen, die die Kinder mit ihren Eltern im heimischen Garten aussäen sollen.

Drei weitere Stationen entlang des Ameisenpfads dienten nicht direkt einer Pflanzaktion, boten aber gute Möglichkeiten, das Ökosystem Wald näher kennen zu lernen.

Grundschüler pflanzen Bäume und legen Blumenwiese an

Der Versuch, beim Tauziehen gegen einen Traktor zu gewinnen, scheiterte zwar, aber bereitete den Kindern sehr viel Spaß. © Helmut Scheffler

Aus wirtschaftlichen Gründen wird eines Tages ein Teil der gepflanzten Bäume gefällt werden, damit Möbel, Dächer, Boote und eine Vielzahl weiterer Alltagsgegenstände hergestellt werden können. Wie man die gefällten und entasteten Stämme zum Verladeplatz bringen kann, zeigten Michael Rohlf und Heribert Triptrap den Kindern. Nachdem die Kinder vergeblich versucht hatten, als Tauzieher einen Traktor am Start zu hindern und einen wuchtigen Baumstamm zu bewegen, erlebten sie mit, dass ein 170-PS-Traktor mühelos einen 10 Meter langen Stamm über den Waldboden ziehen kann. Ein Pferd wurde zwar diesmal nicht für die Rückearbeiten eingesetzt, aber Michael Rohlf schilderte anschaulich, wie man mit Pferden umweltschonend das Entfernen von Baumstämmen bewältigen kann.

Der RVR-Ranger Dirk Bruszies stellte den Kindern die Vogelwelt vor und deren Vorlieben für unterschiedliche Nisthilfen. Spechte bevorzugen tiefen Höhlen, Spatzen wohnen gerne gesellig. Damit Meisen Nistkästen annehmen, müssen die Einfluglöcher ein bestimmtes Maß besitzen. Eine Fülle von Details erfuhren die Kinder, bevor ein Nistkasten für Kleinmeisen gebaut wurde. Jedes Kind durfte mit Hilfe einer Bohrmaschine helfen, die vorgefertigten Holzteile zu verschrauben.

„Messer und Gabel für Tiere“

An der Station „Messer und Gabel für Tiere“ lernten die Kinder von Daniel Hirschfelder anhand mitgebrachter Präparate kennen, dass es Allesfresser wie das Schwein neben der Kuh als Pflanzenfresser und dem Fuchs als Fleischfresser gibt, die ganz unterschiedliche und dem Zweck angepasste Formen der Kauwerkzeuge besitzen.

Wer an den einzelnen Stationen zum jeweiligen Thema passende Fragen beantworten konnte, erhielt zwei bis drei großformatige Buchstaben, die von den Kindern im Rahmen der Abschlussbesprechung zu den Wörtern „Wiesenblumen“ oder „Blumenwiesen“ zusammengefügt werden konnten.

Christoph Beemelmans: „Jeder gepflanzte Baum ist ein Garant für die bessere Luft und für die Bindung von CO2.“ Er lädt weitere Schulen ein, sich für Aktionen im Wald anzumelden. Kontakt: Tel. (02856) 4491; E-Mail: beemelmans@rvr-online.de

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