Gudrun Gerwien erhält das Bundesverdienstkreuz

rnBundesverdienstkreuz

Gudrun Gerwien ist von Landrat Ansgar Müller am Donnerstagnachmittag mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden.

Schermbeck

, 09.01.2020, 17:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit dem Lied „Hallelujah“ wurde die kleine Feierstunde im Schermbecker Rathaus eröffnet - das Lieblingslied von Gudrun Gerwien, die sich sichtlich gerührt zeigte: „Das fängt ja schon gut an hier.“

Landrat Ansgar Müller ehrte daraufhin Gudrun Gerwien im Auftrag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Vorgeschlagen hatte sie der NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

„Sie haben ein Herz für Menschen“

„Sie haben ein Herz für Menschen“, sagte Müller zu Gerwien, die bereits 2004 mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik ausgezeichnet wurde. Dass Gerwien sich von der erneuten Auszeichnung überrascht gezeigt hatte, wunderte Müller: „Aus meiner Sicht ist es jedoch keineswegs überraschend, dass auch andere Ihr Engagement bemerken.“

Von Kindesbeinen an kümmerte sich Gerwien um Andere. Etwa um die jüngeren Zwillingsschwestern, die an Epilepsie leiden. 1990 rief Gerwien mit anderen die Theatergruppe Ma-Mi-La ins Leben, die bis 2007 etwa 60.000 Euro an Spendengelder für karitative Zwecke sammelte.

Ein Besuch in Sierra Leone zeigte Gerwien die ganze Not des afrikanischen Landes. 2006 gründete sie mit Mitgliedern der Theatergruppe den Verein „GaGu-Zwergenhilfe“, der das Kinderheim „Home of Hope“ in Sierra Leone ermöglichte, das 2012 gebaut wurde. Eine Bäckerei, eine Näherei, ein Schulgebäude, Häuser für Ebola-Waisen, Familienpatenschaften und vieles mehr helfen den Menschen vor Ort.

Flüchtlingskinder

„Mum“ nennen die Kinder in Sierra Leone Gudrun Gerwien. Müller: „Dies zeigt wohl am deutlichsten, wie nachhaltig Sie die Menschen, denen Sie helfen, beeindrucken.“ Auch für unbegleitete Flüchtlingskinder setzte sich Gerwien ein, wofür die Abteilung „Gemeinsam leben“ im Verein gegründet wurde. Alle Leistungen Gerwiens aufzuzeigen, sei in einer Laudatio nicht möglich, so Müller.

Bürgermeister Mike Rexforth sagte zu Gerwien: „Du bist ein Menschenfreund.“ Gerwien opfere viel Herzblut und Energie auf, habe aber auch ein Team, das ihr helfe, „auf Kurs zu bleiben“. Ohne Gerwien würden viele Menschen ihre Zukunftshoffnung verlieren, so Rexforth.

„Ich habe wackelige Knie“, sagte Gerwien anschließend, die ihrer Familie und ihren Helfern dankte. „Ich versuche, nur das zu leben, was meine Eltern mir in liebevoller Erziehung mitgegeben haben.“ Einem Verdurstenden in der Wüste würden keine Vorwürfe helfen, keine Pläne für Wasserleitungen, „die irgendwann vielleicht gebaut werden“. Sondern ein Schluck Wasser. „Wenn ich jeden Tag eine Träne trocknen kann, ist es mir alle Mühe wert.“

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