Himmlische Stimmen im Biergarten

"Runaway Angel"

Tolle Musik, ein voller Biergarten, gutes Wetter: Diesen stimmigen Dreiklang konnte man am Donnerstagabend beim Auftritt des kanadischen Trios „Runaway Angel“ im Ramirez erleben.

Schermbeck

, 28.07.2017, 16:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Himmlische Stimmen im Biergarten

Ann Chaplin, Cadence Grace and Stacey Zegers (v.l.) aus Toronto sangen als "Runaway Angel" am Donnerstagabend im Ramirez-Biergarten.

Ein Konzert in den Sommerferien? In der Woche? Mit einer hierzulande unbekannten Band? Wo viele Gastronomen abgewunken hätten, wurde das Ramirez für seine Risikobereitschaft belohnt. Als Ann Chaplin, Cadence Grace and Stacey Zegers die kleine Bühne betraten, waren bereits fast alle Tische und Stühle besetzt.

„Ein bisschen nervös“

„Wir sind ein bisschen nervös“, sagte Stacey Zegers auf Englisch zur Begrüßung. Was man getrost unter dem Stichwort Koketterie verbuchen darf. Wer mit wohlgesetztem, dreistimmigem A-capella-Gesang ins Konzert startet, ohne instrumentales Netz oder andere doppelte Böden, dürfte um seine Stärken wissen. Jede der drei Sängerinnen hatte vor dem Zusammenschluss bereits an Solo-Gesangskarrieren gearbeitet, sodass hier richtig gute Stimmen und Bühnenpräsenz kombiniert wurden.

Zunächst vor allem mit eigenen Stücken, im zweiten Teil auch verstärkt mit Coversongs („Ring of Fire“, „Jolene“) boten die drei Damen aus Toronto beste Unterhaltung. Country-Musik sei in Kanada eigentlich Pop-Musik, sagte Cadence Grace über die eigene Ausrichtung. Zwar sangen die Damen auch über „Tumbleweed“ (Steppenläufer), jene Unkrautballen, die man in Westernfilmen über den Boden rollen sieht, oder die „waffenverrückten Amerikaner“. Aber musikalisch war doch alles eher im Pop-Bereich angesiedelt, zurückhaltend mit zwei Akustik-Gitarren arrangiert. Das Publikum dankte mit viel Applaus – zurecht!

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