Hotel „Op den Hövel“ in Schermbeck-Gahlen wird zum „Heimathafen“

Hotelgewerbe

Zwei Kapitäne übernehmen das Ruder im ehemaligen Gahlener Hotel „Op den Hövel“. Mario Mossuto ist „Skipper“, Daniel Jankowski flog die Boeing 747. In Gahlen planen sie ihren „Heimathafen“.

Schermbeck

, 06.02.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 3 min
Hotel „Op den Hövel“ in Schermbeck-Gahlen wird zum „Heimathafen“

Mario Mossuto (l.) und Daniel Jankowski haben nun die Schlüsselgewalt im ehemaligen Hotel „Op den Hövel" in Gahlen. Sie wollen ein „Drei Sterne plus"-Hotel mit dem Namen „Heimathafen" und ein Restaurant „El Captain" dort aufbauen. © Berthold Fehmer

„Heimathafen“, so soll das ehemalige Hotel „Op den Hövel“ heißen, wenn es renoviert ist. Damit rechnet Mossuto, der das Hotel gekauft hat (mit Unterstützung der Gahlener Volksbank), im Juni. Der 54-Jährige kommt eigentlich aus der Baubranche, hat ein Ingenieurstudium absolviert und ist seit fast 30 Jahren selbstständig. „Alte Immobilien kaufen, fertig machen und anschließend vermieten oder verkaufen“, das sei sein Geschäft.

Nebenbei war er auch als Skipper auf Segelyachten unterwegs. Vor einigen Jahren habe er sich ein Hotel auf Mallorca gekauft. „Das war in schlechterem Zustand als dieses hier“, sagt er am Mittwoch im Eingangsbereich des ehemaligen Hotels „Op den Hövel“, wo die Handwerker bereits tätig sind und demnächst Bar und Lounge sein sollen. Das Hotel auf Mallorca habe er so weit gebracht, dass es beste Bewertungen erhalten habe, sagt der Castroper. So wurde bei ihm die Lust auf den Hotelbetrieb geweckt: „Das lässt einen nicht mehr los.“

Über Jörg Pachura von „2 for living immobilien“ stieß er auf das Objekt in Gahlen, das seit rund einem Jahr leer stand. „Ich habe Erfahrungen im Tourismus und in der Baubranche und beides ist hier wohl vonnöten“, sagt Mossuto.

Spanische Küche geplant

Unterstützung für den Restaurantbetrieb bekommt er von Daniel Jankowski. Der 45-Jährige war früher Pilot für Jumbojets, konnte aber aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr weiterfliegen.

Er eröffnete ein spanisches Restaurant in Castrop-Rauxel („Das war fast jeden Tag ausgebucht.“) und will nun auch in Gahlen spanische Küche anbieten. „El Captain“ soll das Restaurant im Hotel heißen, was auch ein bisschen die Geschichte der beiden Männer widerspiegele.

Schermbeck kenne er schon ein bisschen, sagt Jankowski, Schwager von Paul Underberg (Injoy). Mossuto und er haben sich im Vorfeld im Umfeld umgeschaut. Mossuto: „Wir wollen nicht in Konkurrenz zu anderen gehen, sondern das Angebot ergänzen.“ Ein spanisches Restaurant gebe es „hier in der Umgebung nicht“. Gute Qualität will Jankowski bieten und einen Mix von Gerichten und Tapas.

Einrichtung im „Industrie-Style“

Bei der Gestaltung des Restaurants und Hotels will Mossuto „etwas moderner“ als bislang werden („Industrie-Style“), aber auch die Geschichte des Hauses in Bildern zeigen.

Man wolle das Holz in der Inneneinrichtung möglichst erhalten, aber es sei nicht überall von der Qualität, die man sich vorstelle. Für das Hotel hat Mossuto das Ziel: „Drei Sterne plus.“ Die rund 36 Zimmer sollen komplett renoviert werden (inklusive neuer Badezimmer), am Ende etwa 90 Betten zur Verfügung stehen. Sowohl er als auch Jankowski wollen nach Gahlen ziehen und, wie Mossuto sagt: „Teil des Ortes werden“.

Hotel „Op den Hövel“ in Schermbeck-Gahlen wird zum „Heimathafen“

Räumlichkeiten für Vereinstreffen oder andere gesellige Zusammenkünfte soll das Hotel weiterhin bereitstellen. © Berthold Fehmer

„Unglaublich glücklich“, sagt Bürgermeister Mike Rexforth, sei er über die jetzige Entwicklung. Wirtschaftsförderer Gerd Abelt sagt, die weggefallenen Betten hätten „schon weh getan“, was etwa die Übernachtungsstatistik betreffe.

Rexforth sieht die Tourismusbranche im Aufwind, wovon Schermbeck leider nicht ganz so profitiert habe wegen der weggefallenen Betten im Ecco-Hotel und bei „Op den Hövel“.

Für das Gahlener Hotel habe es auch Anfragen in Richtung Altenheim oder Pflege gegeben, aber solchen Interessenten habe man deutlich gesagt, dass dies nicht die Entwicklung sei, die die Gemeinde wünsche, so Rexforth. Er glaube, dass von einem funktionierenden Hotel- und Restaurant-Betrieb das ganze Umfeld profitiere. „Die Nachfrage ist da“, sagt Rexforth, der auch auf die gute Auslastung des Hotels bis zu seiner Schließung vor einem Jahr verweist.

Hotel „Op den Hövel“ in Schermbeck-Gahlen wird zum „Heimathafen“

Das Hallenbad und die Sauna sollen erst im Winter renoviert werden. © Berthold Fehmer

Gefragt, was mit dem „Dorfladen“ im Gebäudekomplex geschehen solle, antwortet Mossuto, dass er keine andere Verwendung als die bislang bestehende habe. Er werde aber noch Gespräche mit der Familie Schult führen.

Auch das Hallenbad und die Sauna im Hotel soll erhalten bleiben. „Meine zehnjährige Tochter freut sich schon auf das Schwimmbad.“ Die Renovierung des Hallenbads und der Sauna werde man aber erst im Winter in Angriff nehmen können, sagt Mossuto.

Reaktivieren möchte er auf jeden Fall den Biergarten, „von dem mir alle immer erzählt haben, wie toll er war“. Und er plant Live-Musik, nicht nur zur Eröffnung im Juni, sondern auch später.

Hotel „Op den Hövel“ in Schermbeck-Gahlen wird zum „Heimathafen“

Mario Mossuto plant, mit der Familie Schult über die Weiterführung des Dorfladens zu reden. "Ich habe damit nichts anderes geplant." © Berthold Fehmer

In Gesprächen sind Mossuto und Jankowski bereits mit zwei Köchen. Klar sei aber, so Mossuto: „Wir brauchen noch Leute.“ Mit rund 15 Angestellten will er starten, die in der Küche, im Restaurant oder im Hotelbereich arbeiten werden. Weitere Einstellungen und auch die Frage, ob man das Restaurant vielleicht auch in der Woche mittags öffnen könne, wolle man von der Resonanz abhängig machen.

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