Immense Schäden durch Vandalismus an Schulen - Gegenmittel gesucht

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Riesige Schäden haben Vandalen 2019 und 2020 an Schulen angerichtet. Könnte ein Kommunaler Ordnungsdienst Abhilfe schaffen? Die Verwaltung glaubt es nicht, hat aber einen anderen Vorschlag.

Schermbeck

, 03.06.2020, 16:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die CDU hatte Ende 2019 die Verwaltung beauftragt, die Einführung eines Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) in Schermbeck zu prüfen. Hintergrund waren unter anderem die großen Schäden durch Vandalis an den Schermbecker Schulen. Immer wieder nutzten Täter dort Fensterscheiben für ihre Zielübungen. Bei 50.000 Euro Glasschäden allein im Jahr 2019 blieb die Gemeinde nach Zahlung der Versicherung auf 30.000 Euro sitzen.

Auch in diesem Jahr wurden Scheiben zerstört. „Gesamtkosten stehen wegen fehlender Endabrechnungen noch nicht fest, gehen aber in die Zehntausende“, so Marc Lindemann vom Schermbecker Ordnungsamt. Und das trotz der Einschaltung eines privaten Sicherheitsdienstes, der allein 2019 rund 20.000 Euro kostete.

Bürger melden Parkverstöße

Ein KOD könnte auch den „ruhenden Verkehr“ überwachen. Dies erledigen derzeit zwei geringfügig Beschäftigte, die letztes Jahr 2.175 Verstöße registrierten - bei 12 Stunden Arbeitszeit pro Woche. Viele Bürger würden „Privatanzeigen“ an das Ordnungsamt richten, so Lindemann, die vom Ordnungsamt geprüft und gegebenenfalls geahndet würden. Die Verwaltung vertrete allerdings „nachdrücklich“ die Meinung, dass die Überwachung des ruhenden Verkehrs Aufgabe des kommunalen Personals sein sollte und nicht der Bürger.

Ein KOD könnte weitere Aufgaben übernehmen - aber was würde das die Gemeinde kosten? Im Erfahrungsaustausch mit anderen Kommunen, die über Ordnungsdienste verfügen, könne man erkennen, dass in NRW etwa eine Vollzeitstelle pro 10.000 Einwohner etabliert sei, so Lindemann.

Für Schermbeck wären das 1,4 Stellen bei knapp 14.000 Einwohnern. Betont hätten die anderen Kommunen aber, wie wichtig es sei, Zweier-Teams loszuschicken - angesichts von Konfliktsituationen sowie der Eigen- und Beweissicherung.

Personalkosten: rund 150.000 Euro im Jahr

Bei zwei Vollzeitmitarbeitern wären einmalig Dienstkleidung und -ausstattung zu zahlen, sowie ein Dienstfahrzeug und Fortbildungskosten. In Summe, laut Lindemann, 26.000 Euro. Die jährlichen Personalkosten gibt er mit 149.000 Euro an. Eine solche Summe sei nur mit Aufwandseinsparungen oder Ertragssteigerungen im Haushalt möglich. Eine weitere Stelle, geringfügig beschäftigt, zur Überwachung des ruhenden Verkehrs, könne sich hingegen durch Mehrerträge aus Verwarn- und Bußgeldern selbst tragen.

Lindemann bezweifelt zudem, dass ein KOD zu Rückgängen beim Vandalismus führen würde. Kurzfristig wurde in den letzten Wochen ein „Corona-Kontrolldienst“ mit bis zu 20 Personen aus den Abteilungen im Schermbeck Rathaus eingeführt. Auch habe die Polizei mehr kontrolliert. Lindemann: „Trotz dieser erheblichen Ausweitung der Kontroll- und Überwachungskapazitäten ist es zu einer weiteren Zunahme von Beschädigungen an den kommunalen Schulgebäuden gekommen.“ Dies passiere meistens erst spät in der Nacht.

Kameras an die Schulen

Fazit: Ein KOD wäre zu teuer. Wie sollen die Schulen sonst geschützt werden? Die Verwaltung erwägt eine Kameraüberwachung. „Aus datenschutzrechtlichen Gründen handelt es sich um ein hoch komplexes Thema“, so Lindemann. Die Polizei habe geraten, zunächst mit Bewegungsmeldern ausgestattete Beleuchtung anzubringen. Doch die Verwaltung bezweifelt, dass dies tatsächlich zielführend sein würde, da die Vandalen in Schermbeck auch an gut beleuchteten Standorten und sogar am helllichten Tag zugeschlagen hätten.

Daher seien eine Kameras an den Schulen erforderlich. Die Verwaltung schlägt dem Haupt- und Finanzausschuss in der Sitzung am 9. Juni deshalb vor, mit einer Beratungsfirma für Überwachungs- und Sicherheitstechnik ein Konzept für die Kameraüberwachung zu erstellen und die Kosten für die Schulstandorte zu ermitteln.

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