Immer mehr Naturfreunde lauschen dem Lockruf der Hirsche

Uefter Mark

Auf einem dunklen Parkplatz in der Uefter Mark versammelten sich in der Frühe eine Gruppe Personen. Unter ihnen die Bürgermeister der Gemeinden Schermbeck, Raesfeld, Hünxe und der Landrat des Kreises Wesel, Ansgar Müller. Doch es handelte sich um alles andere als ein konspiratives Treffen von Gemeindevertretern.

SCHERMBECK

von Von Rüdiger Eggert

, 30.09.2011, 18:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
<p>Bürgermeister der Gemeinden Schermbeck, Raesfeld, Hünxe und der Landrat des Kreises Wesel, Ansgar Müller, nahmen an der Wanderung zu den Rotwild-Brunftplätzen teil. <p></p> Eggert</p>

<p>Bürgermeister der Gemeinden Schermbeck, Raesfeld, Hünxe und der Landrat des Kreises Wesel, Ansgar Müller, nahmen an der Wanderung zu den Rotwild-Brunftplätzen teil. <p></p> Eggert</p>

Landrat Müller und der Vorstand Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland hatten zu einer Wanderung zu den Rotwild-Brunftplätzen in der Uefter Mark eingeladen.Vor Sonnenaufgang geht es los

RVR-Revierförster Christoph Beemelmans führte die Gruppe an. Zwei Stunden vor Sonnenaufgang war der Wald finster und unheimlich. Über Sandwege tastete sich die Gruppe in Richtung der Wildbeobachtungsstelle. Dann hieß es erst einmal warten, den Blick suchend auf eine Lichtung gerichtet. In der Dämmerung zog der Nebel über die Wiese zwischen den Tannen.

Ein Hirsch, nur schemenhaft zu erkennen, betrat die Szene. Tiefes Röhren durchdrang den Wald. Nach und nach stimmten insgesamt fünf bis sechs Hirsche in den Wettstreit ein. Christoph Beemelmans vermutete, dass sich mindestens vier Rudel an Rotwildkühen um die Lichtung herum bewegen, angelockt durch die Rufe der Hirsche. Bis in den Oktober dauert der Höhepunkt der Brunftzeit. "Bis zu 10 000 Besucher haben wir zu diesem Naturereignis hier im Wald", so Förster Beemelmans. Die meisten Besucher werden in Gruppen zu den Brunftplätzen geführt. "Schon seit dem Mai sind alle Führungen ausgebucht", so Beemelmans.

Wildbeobachtungsstände

Während die Gruppe um Landrat Müller bei ihrer Wanderung die Ferngläser auf die Lichtung gerichtet hatte, galoppierte ein gewaltiger Hirsch keine 20 Meter entfernt durch das Unterholz und klärte die Situation mit einem Nebenbuhler - der Platzhirsch hatte soeben einen Platzverweis erteilt.

An mehreren Stellen hat der Regionalverband Ruhr (RVR) Beobachtungsstände eingerichtet. Die 1500 Hektar große Waldregion Uefter Mark stellt mit ihren 250 Stück Rotwild die bedeutendste Population am Niederrhein und im Westmünsterland. Besonders zur Brunftzeit weckt großes Interesse. Förster Christoph Beemelmans ist überzeugt, dass durch dieses Naturspektakel die maximale Besucherzahl gerade erreicht ist.Die Tiere werden nervös

Der 3. Oktober hat sich in den letzten Jahren zu einem besonderen Tag entwickelt. Viele Ausflügler strömen in den Wald und machen das Wild nervös. Die kleinen Rudel verlassen ihre angestammten Plätze und es kommt zu Kämpfen mit teils tödlichem Ausgang unter den Hirschen.

Ungern erinnert sich Beemelmans an einen 3. Oktober, an dem fünf Hirsche mit Kampfspuren tot aufgefunden wurden. Während der Brunftzeit achten die RVR-Mitarbeiter deshalb darauf, dass die Waldbesucher nicht die ausgewiesenen Wege verlassen und stehen für Informationen bereit. 

Lesen Sie jetzt