Kinder bauten Haus aus Tetra-Packs

Kita "Hand in Hand"

Aus Müll kann man ein tolles Haus bauen. Diese Erfahrung machten die Jungen und Mädchen der evangelischen Kindertageseinrichtung "Hand in Hand" in den vergangenen Wochen.

Schermbeck

, 25.10.2015, 13:56 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kinder bauten Haus aus Tetra-Packs

Zusammen mit der Erzieherin Nicole Wischerhoff und dem Erzieher Benjamin Stein (hinten v.l.) bauten Kinder der Kita "Hand in Hand" im Rahmen des Projektes "Die Naturdetektive" auch ein Haus aus Müll auf dem Gelände des Kindergartens.

„Bei der alltäglichen Begegnung mit ihrer Umwelt entstanden bei den Kindern vermehrt die Frage, was Müll überhaupt ist“, sagt Erzieher Benjamin Stein, der im Rahmen von 100 Unterrichtseinheiten in Raesfeld zum Naturerzieher ausgebildet wurde. Die Kinder hätten sich für die Herkunft von Müll und die Verwendung interessiert und sich gewundert, warum so viel Müll auf der Straße und im Wald liegt. Mit Erzieherin Nicole Wischerhoff startete Benjamin Stein das Projekt „Die kleinen Naturdetektive“, bei dem Antworten auf die Fragen der Kinder gesucht werden sollten. Am Projekt zum Thema Nachhaltigkeit und Natur, das zehn Monate dauerte, beteiligten sich zwölf Kinder im Alter von vier bis fünf Jahren.

Kleine Kunstwerke

Der Besuch eines Recyclinghofes, die Verarbeitung von Müll zu kleinen Kunstwerken und der Bau von Musikinstrumenten aus Müll standen für die Naturdetektive auf dem Programm. Die Kinder lernten das Papierschöpfens kennen und stellten aus Altpapier neues Papier her. Krönender Abschluss des Projektes war der Bau eines Hauses aus Müll. Zunächst musste ein Bauplan her. Die Mutter eines Kindes gab als Architektin wertvolle Tipps. Zwei Wochen sammelten die Kinder zuhause alle Tetra-Packs und brachten sie zur Kita.

Eigene Beleuchtung

„Aus sicherheitstechnischen Gründen bauten wir einen Rahmen aus Holzbalken“, berichtet Nicole Wischerhoff. Zwischen den Balken wurden die Tetra-Blocks aufgeschichtet und verklebt. Eine Wasserrinne leitet Niederschläge in eine Regentonne. Eine kleine Solaranlage mit einer Glühbirne wurde als Speichermedium installiert. Wenn die Eltern demnächst zum Martinszug am Abend kommen, können ihnen die Kinder sogar das Müllhaus im Dunkeln zeigen. Ein altes Fahrrad wurde mit einem Dynamo versehen, sodass jetzt mit Muskelkraft Strom erzeugt werden kann. Die Inneneinrichtung soll nach und nach ergänzt werden. Möglich wurde das Projekt auch durch ein bisschen Unterstützung. „Das gesamte Projekt wurde von der Firma Gelsenwasser mit 500 Euro gefördert“, freut sich Kita-Leiterin Kirstin Oberst.

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