Klimaschutz mit Stroh und Biomeilern

"Lebenswiese"

Die Welt-Klimakonferenz in Paris hat weltweit Bürgergruppen mobilisiert. Die Schermbeck-Overbecker Gruppe „Lebenswiese“ zeigte auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei in Overbeck am Samstag, was jeder Einzelne tun kann, um das Klima zu schützen.

Schermbeck

, 30.11.2015, 16:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Klimaschutz mit Stroh und Biomeilern

Mit der Vorstellung mehrerer Projekte zum Klimaschutz beteiligte sich der Verein "Lebenswiese" am Samstag an der Aktion "World Climate March".

Hans von Lützow von der Firma Wohnbehagen berichtete über die vor Kurzem abgeschlossene Sanierung eines Altbaus auf dem Ziegelei-Gelände zu einem Effizienzhaus 70. Es benötigt jetzt nur ein Achtel der bisherigen Energiemenge, da Fenster, Dachboden und Fassade gedämmt wurden. Auch eine Holzpellet-Heizung wurde vorgestellt. Das in Overbeck sanierte Sechsfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 350 Quadratmetern kommt mit einer Heizleistung von 13 Kilowatt aus. Zur energetischen Sanierung des Altbaus gehörte auch der Bau einer Solarthermieanlage. Sechs Kollektoren liefern zwölf Prozent der Heizmenge und ersparen der Atmosphäre dadurch 1600 Kilogramm Kohlendioxid pro Jahr.

Biomeiler als Vorbild für Schermbeck?

Wilhelm Menting stellte einen Biomeiler vor, mit dem man etwa 80 Kubikmeter Biomasse energetisch nutzen kann. Im Garten abgeschnittene Hölzer werden zum Haufen aufgeschichtet und mit Wasserschläuchen durchzogen. In den kommenden eineinhalb bis zwei Jahren entsteht durch Zersetzungsvorgänge Wärme, die der häuslichen Warmwasserversorgung zugeführt werden kann. Nach der Zersetzung kann der Haufen als Kompost genutzt werden. In Gesprächen wurde Kommunalpolitikern die Anregung gegeben, über dieses Modell der ortsnahen Beseitigung gemeindlicher Grünabfälle nachzudenken.

Energie-Quartett

Carsten de Beyer vom Fachverband Strohballenbau demonstrierte, wie Wände eines Hauses mit Stroh gebaut werden können. Der Arbeitsaufwand ist gegenüber herkömmlichen Bauweisen zwar wesentlich größer, aber man spart Kosten und nutzt im ländlichen Raum reichlich vorhandene Ressourcen. Der Dorstener Diplom-Ingenieur Hubert Klapheck war mit seinem „Energie-Quartett“ gekommen. Wer aus dem „Spiel“ eine Karte gezogen hatte, bekam von Klapheck viele detaillierte Informationen zu Themen wie Technik, Klimawandel, Bürgerbeteiligungen, Energiespeicher und erneuerbaren Energien.